derBaas
- Wortart
- Substantiv
- Silbentrennung
- Baas
- Buchstaben
- 4
- Scrabble-Punkte
- 6
Substantiv, maskulin (der)
Bedeutungen
- norddeutsch:titelähnliche, auch als Anrede verwendete Bezeichnung für eine erwachsene männliche Person
„[…]; 179 Personen, die im Jahre 1890 auf eine schwarze Liste gesetzt waren, müssen sich die Beschuldigung des Baases Graumann gefallen lassen, daſs sie sich vor 1890 Eigentumsvergehen ‚oder Roheiten‘ schuldig gemacht haben; ein bestimmter Mann, der allerdings 3 Jahre nach seiner Maſsregelung bestraft worden ist, sei ‚eine der Polizei wegen seiner vielen vor 1890 erlittenen Bestrafungen bekannte Persönlichkeit‘.“
[nicht einsehbar]: [nicht einsehbar]. In: Archiv für soziale Gesetzgebung und Statistik. Band 12, 1971, Seite 321 (Zitiert nach Google Books) .
- norddeutsch:leitender Facharbeiter mit höherem Berufsabschluss (besonders im Bereich Handwerk)
„Und der Baas geleitete Schorsch in die Küche hinterm Laden, links vom Kühlraum, der dieselben Ausmaße wie die Küche hatte; der Baas hieß Schorsch am Küchentisch Platz nehmen, und er stellte sich wahrhaftig an den Herd, ringelte eine große Pfanne voll frischer Bratwurst, bis kein Fleckchen Pfannenboden mehr zu sehen war, und eigenhändig briet er seinem neuen Lehrling diese Riesenportion.“
Josef Ippers: Killians Zeiten. Roman. 1. Auflage. Hoffmann und Campe, Hamburg 1981, ISBN 3-455-03840-9, Seite 100 (Zitiert nach Google Books) .
- norddeutsch:jemand (in einem Betrieb oder dergleichen), der befugt ist, Anordnungen an Untergebene zu erteilen
- norddeutsch:jemand, der die Arbeiter (innerhalb eines Betriebs oder dergleichen) beaufsichtigt
„Viele Arbeiter kannten ihren Baas noch aus der Zeit gemeinsamer Arbeitstätigkeit, gegenseitiges »duzen« war an der Tagesordnung.“
Michael Grüttner: Arbeitswelt an der Wasserkante. Sozialgeschichte der Hamburger Hafenarbeiter 1886–1914. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 1984 (Kritische Studien zur Geschichtswissenschaft , Band 63), ISBN 3-525-35722-2, Seite 39 (Zitiert nach Google Books) .
- norddeutsch, umgangssprachlich:jemand, der das Oberhaupt (einer Gruppe, eines Vereins oder dergleichen) ist
„Und der Sohn, der nicht zu arbeiten brauchte, wo andere Jungen ſich ſchon ſeit Jahren an Bord quälten, der beherrſchte die Jüngeren. ‚Hoi hoi, wenn die Waſſergeuſen dort kommen, wird der Hasko unſer Baas,‘ ſtichelten die Mattheszwillinge.“
Martin Luſerke: Hasko. Ein Waſſergeuſen-Roman. Ludwig Voggenreiter Verlag, Potsdam 1936, Seite 12 (Zitiert nach Google Books) .„Und wem haben wir das alles zu verdanken? Stephan Opitz, dem ungewöhnlich belastbaren Direktor oder Baas des nordkollegs rendsburg.“
Harry Rowohlt: Pooh’s Corner. Meinungen eines Bären von sehr geringem Verstand. In: DIE ZEIT. Nummer 39, 24. September 1993, ISSN 0044-2070, Seite 70 (Archiv-URL, abgerufen am 4. September 2019) .
- norddeutsch:jemand, der gegen Bezahlung Geschäfte vermittelt
„Zwischen den großen Reedereien und Handelshäusern auf der einen Seite und den Hafenarbeitern auf der anderen stand eine Schicht von Zwischenunternehmern: die Baase ([…]). […] Die Baase zogen sich aus dem unmittelbaren Arbeitsprozeß zurück und beschränkten ihre Tätigkeit auf die Anwerbung und Beaufsichtigung der Arbeiter sowie auf die Verhandlungen mit den Auftraggebern.“
Michael Grüttner: Arbeitswelt an der Wasserkante. Sozialgeschichte der Hamburger Hafenarbeiter 1886–1914. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 1984 (Kritische Studien zur Geschichtswissenschaft , Band 63), ISBN 3-525-35722-2, Seite 38–39 (Zitiert nach Google Books) .
- umgangssprachlich:Inhaber beziehungsweise Leiter, Pächter oder Verwalter eines Gasthauses, einer Gaststätte, einer Herberge
„Vergnügt rieb ſich der ‚Baas‘ hinter dem Schenktiſch die Hände, ſchraubte die Preiſe für Herberge ſo gut wie möglich in die Höhe und ‚veredelte‘ den Wein durch Zuſatz geheimnisvoller Stoffe.“
Ein rheinisches Buch. Bücherzentrale für deutsche Kriegsgefangene, Bern 1918, Seite 41 (Zitiert nach Google Books) .
| Kasus | Singular | Plural |
|---|---|---|
| Nominativ | der Baas | die Baase |
| Genitiv | des Baases | der Baase |
| Dativ | dem Baas / dem Baase | den Baasen |
| Akkusativ | den Baas | die Baase |
Substantiv, maskulin (der)
Bedeutungen
- im südlichen Afrika während der Kolonialherrschaft und der Zeit der Apartheid aufgezwungene, danach mitunter weiterhin verwendete Anredeform der indigenen Bevölkerung gegenüber einem Weißen
„Wenn schwarze Patienten allein zur Behandlung kamen, mußten sie meist stundenlang warten; wurden sie aber vom weißen ‚Baas‘ gebracht, kamen sie gleich dran, denn der wollte nicht warten.“
„Wer sterilisiert, bekommt eine Medaille“. In: DER SPIEGEL. Nummer 26, 21. Juni 1976, ISSN 0038-7452, Seite 105 .„In ihrem hoffärtigen kalvinistischen Auserwähltheits-Wahn war von Anfang an für den schwarzen Mann kein Platz – und ist auch heute allenfalls nur ein mitleidsvolles Plätzchen frei, für das indessen die Schwarzen dem Master oder Massa oder Baas nun nicht mehr gerührt die Füße küssen.“
Dieter Wild: „Gott hat uns dieses Land gezeigt“. In: DER SPIEGEL. Nummer 33, 14. August 1978, ISSN 0038-7452, Seite 93 .
- abwertend, scherzhaft, veraltet:Anredeform unter weißen Männern
- jemand, der etwas besitzt, als Eigentum hat
„Ob der Baas nun weg ist nach Henties oder Meile 108 oder noch auf der Farm hockt, das ändert nichts an der Windhose, die sich net nich an der An- oder Abwesenheit von Menschen schert, ob die nun ’was zu sagen haben oder sich ’was sagen lassen müssen.“
Kaum noch etwas übrig. In: Allgemeine Zeitung Online (Windhoek, Namibia). 22. Dezember 2005, ISSN 1560-9421 (URL, abgerufen am 22. Februar 2007) .„Der Vierbeiner hat auf die Rückkehr seines „Baas’“ gewartet.“
Mutmaßlicher Wilddieb gefasst. In: Allgemeine Zeitung Online (Windhoek, Namibia). 30. September 2009, ISSN 1560-9421 (URL, abgerufen am 4. September 2019) .
- jemand, der Leute als Arbeiter oder Angestellte einstellt, beschäftigt und entlohnt (besonders in der Industrie und Landwirtschaft)
„Der Generalsekretär der Volksorganisation, Nangolo Mbumba, nimmt seinen Baas natürlich pflichtgemäß in Schutz.“
Zwischen Verleumdern, Lästerern, Kritikern und Nörglern. In: Allgemeine Zeitung Online (Windhoek, Namibia). 13. Juli 2017, ISSN 1560-9421 (URL, abgerufen am 4. September 2019) .
- jemand, der das Oberhaupt, der Schirmherr von etwas ist
„Er war übrigens zu Zeiten seiner Amtsausübung als Vizepräsident der Baas irgendeiner der vielen HIV/Aids-Organisationen, wo das Geld reichlich fließt.“
Is der nich ganz lekker? In: Allgemeine Zeitung Online (Windhoek, Namibia). 26. Mai 2006, ISSN 1560-9421 (URL, abgerufen am 22. Februar 2007) .„Der Baas von Namibia Wildlife Resorts (NWR), Omushamane Tobie Aupindi, weiß nochall moi was für ausländische Touris gut ist und was für den gewöhnlichen Sterblichen aus dem Lande der Braven passend zu sein hat.“
Lustig auf Namutoni. In: Allgemeine Zeitung Online (Windhoek, Namibia). 16. Mai 2007, ISSN 1560-9421 (URL, abgerufen am 20. September 2007) .
- jemand, der andere in etwas übertrifft
„Und schließlich: ‚Die Swakopmunder Mafia ist auch nicht mehr das, was sie mal war und bald ist der Chinese der Baas von der Plaas‘.“
"Der schönste Büttenabend seit Jahren". In: Allgemeine Zeitung Online (Windhoek, Namibia). 30. Juni 2011, ISSN 1560-9421 (URL, abgerufen am 3. September 2019) .
| Kasus | Singular | Plural |
|---|---|---|
| Nominativ | der Baas | die Baase |
| Genitiv | des Baases | der Baase |
| Dativ | dem Baas / dem Baase | den Baasen |
| Akkusativ | den Baas | die Baase |
Quelle: Wiktionary, lizenziert unter CC BY-SA 4.0. Scrabble-Punkte nach den offiziellen deutschen Buchstabenwerten.