derBonze
- Wortart
- Substantiv
- Silbentrennung
- Bon·ze
- Buchstaben
- 5
- Scrabble-Punkte
- 10
Substantiv, maskulin (der)
Bedeutungen
- buddhistischer (lamaistischer) Mönch oder Priester in Ostasien, vor allem in China und Japan
„Sie haben faſt eine Religion mit denen in China / haben jre Abgoͤtter / vnd deren Prieſter / welche ſie Bonſes nennen / vnd in groſſen Wuͤrden halten.“
Joan Hugo von Lindſchotten: Ander Theil der Orientaliſchen Indien. Von allen Voͤlkern / Inſulen / Meerporten / flieſſenden Waſſern vnd anderen Orten. Johan Saur, Franckfurt am Meyn Ⅿ. Ⅾ. ⅩⅭⅧ. [1598] (übersetzt von Hans Dieterich vnd Hans Iſrael von Bry Gebruͤder [aus dem Niederländischen]), Seite 75 (Zitiert nach Google Books) .„In ihrem aͤußern Geſetz, das die Bonzen dem Volke predigen, tragen ſie die Geſchichte des Fo, und ſeiner Vergoͤtterung vor, erzaͤhlen, wie unzaͤhlige Mal er unter allerley Geſtalten, und Verwandlungen auf Erden wieder erſchienen ſey; […]“
Chriſtoph Meiners: Vermiſchte Philoſophiſche Schriften. Dritter Theil, in der Weygandſchen Buchhandlung, Leipzig 1776, Seite 222 (Zitiert nach Google Books) .
- abwertend, übertragen:bigotter Geistlicher
„Allein dieſe Anmerkung bekraͤftigte ihn nur in ſeinen Gedanken von der Methode, die er bey ſeinem neuen Schuͤler gebrauchen muͤſſe; und da er ſelbst von ſeinem Syſtem beſſer uͤberzeugt war, als irgend ein Bonze von der Kraft der Amulete, die er ſeinen dankbaren Glaͤubigen austheilt, ſo zweifelte er nicht, Agathon wuͤrde durch einen freymuͤthigen Vortrag beſſer zu gewinnen ſeyn, als durch die redneriſchen Kunſtgriffe, deren er ſich bey ſchwaͤchern Seelen mit gutem Erfolg zu bedienen pflegte.“
Sammlung der beſten deutſchen proſaischen Schriftſteller und Dichter. Zwey und vierzigſter Theil. Wielands Agathon. Erſter Theil, bey Chriſtian Gottlieb Schmieder, Carlsruhe 1777, Seite 98 (Zitiert nach Google Books; Erstveröffentlichung 1766–1767) .„Kommt auch ihr, ihr ſehr verdaͤcht’gen Weiſen,
- umgangssprachlich, abwertend, übertragen:reiche Person (die mit ihrem Reichtum protzt)
„Wenn die reichen Bonzen oder die Filmstars aus Hollywood hier in London ins Claridges gehen, werden sie ruppig bedient, weil sie reich sind, während eine verarmte Aristokratin, die kaum noch das Geld für ihr Zimmer zusammenkratzen kann, mit ausgesuchter Höflichkeit behandelt wird: ‚Yes, Mylady.‘ ‚No, Mylady.‘“
Willi Winkler (Interviewer), Anthony Burgess (Interviewter): Wir unterschätzen den Islam, wenn wir ihn mit Chomeini gleichsetzen. In: DIE ZEIT. Nummer 30, 21. Juli 1989, ISSN 0044-2070, Seite 37 (Archiv-URL, abgerufen am 29. November 2017) .„Nicht alle Hauseigentümer sind reiche «Bonzen».“
Sparer bestehlen. In: St. Galler Tagblatt. 21. Februar 1998 .
- umgangssprachlich, abwertend, übertragen:Person von hoher (gesellschaftlicher) Stellung
„Ärgerlich, wie die ‚Bonzen‘ (Volksausdruck für hochgestellte Herrschaften) über die ‚Kleinen‘ drüberfahren.“
Ohne Geld keine Hilfe… In: Kleine Zeitung. 2. Juli 2002 (Leserbriefe) .„Der Volksmund will, dass nur die Kleinen bestraft werden und dass die Bonzen ungeschoren davonkommen.“
Peking nimmt Schanghai an die kurze Leine. In: Neue Zürcher Zeitung. 3. Oktober 2006, ISSN 0376-6829, Seite 29 .
- umgangssprachlich, abwertend, übertragen:herrschsüchtiger Vorgesetzter; Vorgesetzter allgemein (Lehrer, Rektor, Schulrat; Kommandeur)
„Seinen unmittelbaren Vorgeſetzten nennt der Offizier heute ſeinen Brotherrn oder auch Bonzen.“
Paul Horn: Die deutſche Soldatenſprache. J. Rickerſche Verlagsbuchhandlung, Gießen 1899, Seite 54 (Zitiert nach Internet Archive) . Im Originalsatz sind die Wörter »Brotherrn« und »Bonzen« fett gedruckt.
- umgangssprachlich, abwertend, übertragen:dem Volk entfremdeter, einflussreicher, höherer Funktionär (einer Partei, Gewerkschaft oder dergleichen), der in arroganter, engstirniger, rücksichtsloser Weise die Vorteile seiner Stellung ausnutzt; (höherer) Beamter
„Wie die Themis trägt ihre Weisheit eine Binde vor den Augen, aber nicht zu demſelben Zweck, denn ihre Vettern die ſie pouſſiren wollen kennen ſie inſtinctartig am Geruch! nein, den Handlungen, den Abſichten des Regenten verſchließen ſie jedes Sehorgan, verſagen ſie jede prüfende Gerechtigkeit! verderblich oder ſegensreich, allem wird derſelbe Widerſtand entgegengeſetzt, jeder Schritt ſtreitig gemacht, mit blödſinnigem Mißtrauen wie es dem Ununterrichteten ſcheinen muß, aber in der That mit wohlberechneter Politik! denn das iſt die Art, wie dieſe Bonzen und Pascha’s von ſo und ſo viel Gänſekielen ſich am Ruder halten.“
Hermann Kurz: Schiller’s Heimathjahre. Vaterländiſcher Roman. Erſter Theil, Franckh’ſche Verlagsbuchhandlung, Stuttgart 1843, Seite 156 (Zitiert nach Google Books) .„Wer aber hat die Bonzen zu Bonzen gemacht?“
Hans Fallada: Bauern, Bonzen und Bomben. Roman. Vier Falken Verlag, Berlin [1939], Seite 251 (Zitiert nach Google Books; Erstveröffentlichung 1931) .
| Kasus | Singular | Plural |
|---|---|---|
| Nominativ | der Bonze | die Bonzen |
| Genitiv | des Bonzen | der Bonzen |
| Dativ | dem Bonzen | den Bonzen |
| Akkusativ | den Bonzen | die Bonzen |
Quelle: Wiktionary, lizenziert unter CC BY-SA 4.0. Scrabble-Punkte nach den offiziellen deutschen Buchstabenwerten.