WortTüftler

dieBremse

Wortart
Substantiv
Silbentrennung
Brem·se
Buchstaben
6
Scrabble-Punkte
10

Substantiv, feminin (die)

Bedeutungen

  1. Vorrichtung, die dazu dient, eine Bewegung zu verlangsamen oder anzuhalten
    • „Dabei war die Fahrtschnelligkeit natürlich nicht immer die gleiche. Wenn auf einzelnen Plätzen infolge allzu großen Andrangs von den Seiten große Umstellungen vorgenommen werden mußten, stockten die ganzen Reihen und fuhren nur Schritt für Schritt, dann aber kam es auch wieder vor, daß für ein Weilchen alles blitzschnell vorbeijagte, bis es, wie von einer einzigen Bremse regiert, sich wieder besänftigte.“Franz Kafka: Amerika. In: Projekt Gutenberg-DE. Weg nach Ramses (URL) . Alte Version im Internet-Archiv abrufbar. *
    • „Weil der Rest der Welt im Namen der Bremse unterwegs ist, blüht in Deutschland der Autobahn-Tourismus.“Kaya Yanar: Made in Germany. 3. Auflage. Wilhelm Heyne, München 2011, ISBN 978-3-453-60204-5, Seite 108.
  2. veraltet:Klemme; Knebel; Schraube
  3. veraltet:an Nase, Lippen oder Ohren eines (störrischen) Pferdes angebrachte Klemme, die dazu dient, dieses, besonders beim Beschlagen, zu bändigen
  4. veraltet:an der Harnröhre angebrachtes Kompressorium, das dazu dient, den Harn bei Inkontinenz zurückzuhalten
  5. veraltet:starker Holzpfahl, der als Befestigungsanker für Sicherungsseile dient, mit denen schwere Baumaterialien in die Schächte abgelassen werden
  6. veraltet:Vorrichtung, die dazu dient, das Hauptrad zu verlangsamen oder anzuhalten
  7. veraltet:ein um die Lehre^([3]) gewickeltes Seil aus Haaren, das dazu dient, gefertigte Seile und Taue beim Seilen zu glätten
Deklination
KasusSingularPlural
Nominativdie Bremsedie Bremsen
Genitivder Bremseder Bremsen
Dativder Bremseden Bremsen
Akkusativdie Bremsedie Bremsen

Substantiv, feminin (die)

Bedeutungen

  1. (in vielen Arten verbreitete) große, blutsaugende Fliege (Tabanidae), die — je nach Art — grauschwarz bis braungelb gefärbt ist
    • „Deshalb rasen sie in ihrer Feindschaft gegen jeden, welcher gleich Schopenhauer ihr Bedürfniss erkennt und wie eine Bremse auf ihrem Nacken sitzt; da zeigen sie Gebärden und Mienen, so roh und unbändig, dass ihnen oft genug die Larve der ‚Eleganz‘ und der ‚schönen Form‘ abfällt. Kommt aber gar ein ganzes Heer von solchen Bremsen über sie, so ist es mit ihrer ‚Cultur‘ völlig vorbei: denn sobald sie sich nicht mehr im Zaume halten und die künstliche Selbstbeherrschung verlieren, hört überhaupt ihre Macht auf: weil sie, sobald der hässliche Inhalt entblösst wird, Niemanden mehr belügen können.“Friedrich Wilhelm Nietzsche: Fragmente 1869-1874. In: Projekt Gutenberg-DE. Band 1, Kapitel 34: Frühjahr 1874 (URL) . Alte Version im Internet-Archiv abrufbar. *
    • „Bremsen (Tabanidae) werden in Norddeutschland auch blinde Fliegen, in Süddeutschland auch Breme genannt. Im Vergleich zu den Mücken sind Bremsen wahre Riesen, die Pferdebremse (Tabanus sudeticus) ist mit bis zu 2,5 Zentimetern Länge die größte Fliegenart in Mitteleuropa. Am häufigsten kommt allerdings die gewöhnliche Regenbremse (Haematopota pluvialis) vor, die ca. einen Zentimeter lang wird. Bremsen können Borreliose und infektiöse Anämie auf Pferde übertragen.“VetM GmbH & Co. KG (Hrsg.): Tiergesundheit aktuell. Pferd. Februar 2009, Seite 15, abgerufen am 6. Oktober 2010 (PDF). ISSN 1867-3988
  2. umgangssprachlich:Ohrfeige
  3. umgangssprachlich:große Hitze
  4. umgangssprachlich:hohe Spielkarte, die nicht übertrumpft werden kann
  5. umgangssprachlich:weibliche Person, die aufdringlich beziehungsweise zudringlich ist
    • „Zudem war ihm ihre aufdringliche Zuneigung, die nicht nur gab sondern auch forderte zunehmend lästig. 1826 schreibt er an den Herzog Carl August: ‚Diese leidige Bremse ist mir als Erbstück von meiner guten Mutter schon viele Jahre sehr unbeqem. Sie wiederholt dasselbe Spiel, das ihr in der Jugend allenfalls kleidete, wieder, spricht von Nachtigallen und zwitschert wie ein Zeisig.‘ Am 7. August 1830 schließlich trägt Goethe in sein Tagebuch ein: ‚Frau von Arnims Zudringlichkeit abgewiesen.‘“Projektgruppe ‚Kollektive Autorschaft’ der Universität zu Köln: Klaus Boehme, Maria Burkard, Miriam Haller, Günther Koepke, Ottmar Kreidler, Lilo Lindemann, Hildegard Többe: Bettine von Arnim. Abgerufen am 7. Oktober 2010.
Deklination
KasusSingularPlural
Nominativdie Bremsedie Bremsen
Genitivder Bremseder Bremsen
Dativder Bremseden Bremsen
Akkusativdie Bremsedie Bremsen

Quelle: Wiktionary, lizenziert unter CC BY-SA 4.0. Scrabble-Punkte nach den offiziellen deutschen Buchstabenwerten.