WortTüftler

dieTaille

Wortart
Substantiv
Silbentrennung
Tail·le
Buchstaben
6
Scrabble-Punkte
8

Substantiv, feminin (die)

Bedeutungen

  1. die schmalste Stelle des menschlichen Rumpfes zwischen Brustkorb (unterer Rippenbogen) und Hüfte
    • In ihrem Hochzeitskleid kam Nataljas schlanke Taille gut zur Geltung.
    • „Die Damen ließen die Hula-Reifen um die entblößten Taillen kreisen.“Erwin Strittmatter: Ole Bienkopp. Roman. Sigbert Mohn Verlag, Gütersloh 1963, Seite 333 (Lizenz des Aufbau-Verlag, Berlin; Ausgabe für die BRD) .
  2. umgangssprachlich:Umfang der unter [1] beschriebenen Körperstelle
    • „Eine Taille zu haben, und zwar gut sichtbar, mehr Wünsche hat sie auch Weihnachten nicht.“Wolf Wondratschek: Mozarts Friseur. Carl Hanser Verlag, München/Wien 2002, ISBN 978-3-446-20160-6, Seite 136 .
    • „Wer von einem Waschbrettbauch und einer schlanken Taille träumt, muss sich gesund ernähren und stundenlang im Fitnessstudio schwitzen.“Clarissa Neher, Pia Schneider: Schönheit zum Kaufen. In: Deutsche Welle. 10. April 2015 (URL, abgerufen am 11. Juli 2015) .
  3. umgangssprachlich:Teil eines Kleidungsstücks, der die unter [1] beschriebene Körperstelle bedeckt
    • „Effi trug ein blau und weiß geſtreiftes, halb kittelartiges Leinwandkleid, dem erſt ein feſt zuſammengezogener, bronzefarbener Ledergürtel die Taille gab; der Hals war frei, und über Schulter und Nacken fiel ein breiter Matroſenkragen.“Theodor Fontane: Effi Brieſt. Roman. 1. Auflage. F. Fontane & Co., Berlin 1896, Seite 3 (Zitiert nach Deutsches Textarchiv) .
    • „Diese waagerecht hin und her geführten Fäden, die Schußfäden, dürfen nicht zu fest angezogen werden, sonst bekommt das Gewebe eine häßliche Taille.“Margarete Frost: Aus bunten Fäden. Handarbeitsbuch für Kinder. 1. Auflage. Verlag für die Frau, Leipzig 1986, ISBN 3-7304-0071-1, Seite 307 .
  4. veraltet:(auf Stäbchen gearbeitetes) Oberteil eines (zweiteiligen) Kleides, das eng anliegt
    • „Der junge Herr (bereits mit ihr hinter der Portière, im Schlafzimmer, nestelt ihr die Taille auf).“Arthur Schnitzler: Reigen. Zehn Dialoge. 1. Auflage. Wiener Verlag, Wien/Leipzig 1903, Seite [64] (Zitert nach Deutsches Textarchiv) .br />Die Kursivsetzung im Originalsatz wurde größtenteils nicht übernommen.
    • „[…]: sie legte die rotsamtene verschossene Taille ab und liess den dunkelgrünen Tuchrock fallen und auch den Unterrock.“Hermann Broch: Die Schlafwandler. [Band 2] Esch oder die Anarchie 1903. Roman, Rhein-Verlag, München/Zürich 1931, Seite 63 (Zitiert nach Google Books) .
  5. historisch:in England und Frankreich erhobene Vasallensteuer
    • „Unsere landesherrlichen Vermögenssteuern waren wohl ähnlich, wie die Taille in Frankreich und in England, zuerst Abgaben, welche zum Entgelt für die Befreiung vom persönlichen Waffendienste dienen mußten.“Albert Schäffle: Die Steuern. Verlag von C. L. Hirschfeld, Leipzig 1895, Seite 398 (Zitiert nach Google Books) .
  6. historisch:in Frankreich von 1439 bis zur Französischen Revolution 1789 auf das Einkommen und Vermögen der nicht privilegierten Stände (Bauern, Bürger) erhobene Staatssteuer
    • „Drei directe Abgaben beſtehen: die Taille, die Kopfſteuer und der Zwanzigſte. — Ich unterbreche aber hier für eine Weile den Gang der Denkſchrift, um zu bemerken, daß die Taille die einzige Steuer war, welche erhöht werden konnte, ohne einer Einzeichnung von Seiten der Parlamente zu bedürfen.“F[riedrich]. C[hristoph]. Dahlmann: Geſchichte der franzoͤſiſchen Revolution bis auf die Stiftung der Republik. 1. Auflage. Weidmann’ſche Buchhandlung, Leipzig 1845, Seite 42 (Zitiert nach Deutsches Textarchiv) .
  7. tiefere Tenorlage in der Instrumentalmusik; das Musikinstrument selbst in dieser Tenorlage (zum Beispiel: Barockoboe, Bratsche)
    • „Beginnend mit der Sonate Nr. 2 g-Moll aus den 12 Sonaten op.1 von Johann Michael Müller für konzertierende Oboe (Karla Schröter), zwei Oboen (Griet Cornelis und Petra Naethbohm), Taille, deren Stimme der Bratsche im Streicher-Ensemble entspricht (Martin Fendel) sowie Basso continuo (Bc mit (Cordula Caso, Barockfagott, und Orgelpositiv, Harald Hoeren) ließ sich das Publikum ohne Umschweife auf die klanglich überwältigende Lebensfreude der Barockmusik ein. Schröters Oboe leuchtete über allen Melodien, die Stimme der Taille wurde als neue Erfahrung wahrgenommen.“Sieben exzellente Instrumentalisten in Bislich. In: Rheinische Post. 3. Juni 2014 (Ausgabe Wesel) .
  8. vom 16. bis 18. Jahrhundert in Frankreich verbreitete Tenorlage in der Vokal- und Instrumentalmusik
  9. Aufdecken der Karten zum Ermitteln des Gewinns oder Verlustes des Wettbetrages
    • „Roͤlzer und Thuning (ſtehen rechts an einem kleinen Tiſche. Roͤlzer ſchlaͤgt eine Taille Pharao. Thuning hat einige Kartenblaͤtter vor ſich liegen).“Roderich Benedix: Der alte Magiſter. Schauspiel in vier Aufzuͤgen. 1843. In: Geſammelte Dramatiſche Werke. Dritter Band, Verlag von J. J. Weber, Leipzig 1846, Seite 260 (Zitiert nach Google Books) .
    • „Nach dem ersten Ballett ging ich in den Spielsaal und gewann in vier Taillen fünfhundert Zechinen.“Casanova: Erinnerungen, Band 2. In: Projekt Gutenberg-DE. 2, Georg Müller, 1911 (übersetzt von Heinrich Conrad), Sechzehntes Kapitel (URL, abgerufen am 26. Dezember 2021) . Alte Version im Internet-Archiv abrufbar. *
Deklination
KasusSingularPlural
Nominativdie Tailledie Taillen
Genitivder Tailleder Taillen
Dativder Tailleden Taillen
Akkusativdie Tailledie Taillen

Quelle: Wiktionary, lizenziert unter CC BY-SA 4.0. Scrabble-Punkte nach den offiziellen deutschen Buchstabenwerten.