viehisch
- Wortart
- Adjektiv
- Silbentrennung
- vie·hisch
- Buchstaben
- 8
- Scrabble-Punkte
- 18
Adjektiv
Bedeutungen
- vom Vieh stammend, sich auf Vieh beziehend, zum Vieh gehörig
„Nebucadnezar war ein grosser mächtiger König / noch wird er jrre im Haupt / vnd Gott / wie der Prophet Daniel im 4. Capitel sagt / nimt das menschliche Hertz von jhm vnd gibt jhm ein viehisch Hertz […]“
Martin Hammer, Monumentum Crucis & Salutis, Leipzig 1615, S. 60 (Digitalisat Universitätsbibliothek Breslau/Deutsches Textarchiv, URN:nbn:de:kobv:b4-200191-2).„Ja, es schwebt schon vor meinen Augen, ich lese es und höre es, wie das viehische Federvieh in Berlin von jedem Misthaufen, von jedem Dache herab, den großen erhabenen Nikolaus ankräht.“
Ludwig Börne, Briefe aus Paris, Bd. 2, Hamburg 1832, S. 119 (Digitalisat Staatsbibliothek zu Berlin/Deutsches Textarchiv, URN:nbn:de:kobv:b4-20090519498).
- abwertend:in der Art und Weise von Vieh ( und aus diesem Grund eines Menschen nicht würdig)
„Wenn man so närrische Buhler-Passionen beschreibt / als zum Exempel / daß in der Picara einer die Mauren geküßt / innert denen seine Schönheit häußlich gewest / (welche villeicht jennem Narren beym Plauto verschwägert war / der hergegen vor Eifer zur Sauw werden wollen / da er gesehen / daß sein Mensch dem Spiegel einen Kuß gegeben) und wenn man dise und andre Pößlein / oder vilmehr viehische Unsinnigkeiten noch under dem Titul der Treuw / Beständigkeit / und Liebe herauß streicht / lieber treufflet man nicht dem Leser ein / daß er meint solche Sachen seyen weder Sünd noch Narrheit / sonder Mode und Anständigkeit?“
Gotthard Heidegger, Mythoscopia Romantica oder Discours Von den so benanten Romans, Zürich 1698, S. 136 (Digitalisat SUB Göttingen/Deutsches Textarchiv, URN:nbn:de:kobv:b4-200905199204).„Wer bist du? Jch! ein Mensch: Wilt du den viehisch leben, Nein, Nein ich sehe stets den grossen Schöpfer an […]“
Johann Justus Ebeling, Andächtige Betrachtungen aus dem Buche der Natur und Schrift, Bd. 1, Hildesheim 1747, S. 97 (Digitalisat SUB Göttingen/Deutsches Textarchiv, URN:nbn:de:kobv:b4-200905198805).
- abwertend:von Rohheit zeugend, brutal, bestialisch
„Die Demobilisation schwemmt Unordnung, Gier, viehische Entmenschung in die Oasen friedlicher Arbeit.“
Bertolt Brecht, Trommeln in der Nacht [1922, 1954], zitiert nach Große kommentierte Berliner und Frankfurter Ausgabe, Bd. 1, 1989, S. 182.„Schon am ersten Tag wurde das Mädchen, nachdem sich vier Soldaten an ihm vergangen hatten, aus Angst vor Entdeckung auf viehische Weise getötet.“
Die Zeit, 28.11.1969, S. 3.
- salopp:über das normale Maß hinaus; sehr stark
„Bei Toralf stehen jetzt die Zwischenprüfungen vor der Tür. Er fährt dann zum Lernen nach Hause, weil sich in der viehischen Enge des Wohnheims niemand konzentrieren könne.“
Süddeutsche Zeitung, 18.05.1992.„Dann kommen die West-Kommilitonen dran: ‚Einer studiert Theologie und ist echt viehisch christlich, also fast Jesus. Aber mir – mir werfen sie meine sogenannte Ideologie vor!‘“
Süddeutsche Zeitung, 30.04.1994.
| Positiv | Komparativ | Superlativ |
|---|---|---|
| viehisch | viehischer | am viehischsten |
Quelle: Wiktionary, lizenziert unter CC BY-SA 4.0. Scrabble-Punkte nach den offiziellen deutschen Buchstabenwerten.