WortTüftler

derChapeau

Wortart
Substantiv
Silbentrennung
Cha·peau
Buchstaben
7
Scrabble-Punkte
14

Substantiv, maskulin (der)

Bedeutungen

  1. veraltet, scherzhaft:sonst noch an die Kopfform angepasste Kopfbedeckung
    • „Sie ſchien wirklich ein wenig uͤbergeſchnappt, als ſie das erſtemal in der europaͤiſchen Geſellſchaft glaͤnzte, ſie kokettirte gar zu romanhaft mit ihrem auserleſenen Chapeau, dem Volke, aber dieſer ehrbare Juͤngling ſetzte ihren ausgelaſſenen Attaken nur eine ſuͤße Schamroͤthe entgegen, bedeckte ſich das Geſicht mit beiden Haͤnden und rettete ſich unter den Faͤcher der Tante.“Wolfgang Menzel: Die deutsche Literatur. 1. Auflage. Erſter Theil, bei Gebruͤder Franckh, Stuttgart 1828, Seite 257 (Zitiert nach Deutsches Textarchiv) .
    • „Diese Variante des Chapeaus ist allerdings aus dem Hip-Material Straussenleder gearbeitet.“Hütet euch. In: SonntagsZeitung. 26. März 2000, Seite 123 .
  2. veraltet:(ein Hut tragender) Herr, besonders beim Tanz
    • „Es iſt hier ſo Mode, fuhr ſie fort, daß jedes paar, das zuſammen gehoͤrt, beym Deutſchen zuſammen bleibt, und mein Chapeau walzt ſchlecht, und dankt mir’s, wenn ich ihm die Arbeit erlaſſe, ihr Frauenzimmer kann’s auch nicht und mag nicht, und ich habe im Engliſchen geſehn, daß ſie gut walzen, wenn ſie nun mein ſeyn wollen fuͤrs Deutſche, ſo gehn ſie und bitten ſich’s aus von meinem Herrn, ich will zu ihrer Dame gehn.“Johann Wolfgang von Goethe: Die Leiden des jungen Werthers. 1. Auflage. Erſter Theil, in der Weygandſchen Buchhandlung, Leipzig 1774, Seite 37 (Zitiert nach Deutsches Textarchiv) .
    • „Man merkt seiner Überlegung an, dass Frauen nach seiner Meinung die erwünschte Geselligkeit stören könnten: ‚In einer festlichen Tafel, an welcher die Anwesenheit der Damen die Freiheit der Chapeaus (also der Hüte tragenden Männer, K. P.) von selbst aufs Gesittete einschränkt, ist eine bisweilen sich ereignende plötzliche Stille ein schlimmer, lange Weile drohender Zufall, bei dem keiner sich getraut, etwas Neues, zur Fortsetzung des Gesprächs schickliches, hinein zu spielen; weil er es nicht aus der Luft greifen, sondern es aus der Neuigkeit des Tages, die aber interessant sein muss, hernehmen soll.‘“Bei Tisch. In: Süddeutsche Zeitung. 14. Februar 2004, ISSN 0174-4917, Seite ROM1 .
Deklination
KasusSingularPlural
Nominativder Chapeaudie Chapeaus
Genitivdes Chapeausder Chapeaus
Dativdem Chapeauden Chapeaus
Akkusativden Chapeaudie Chapeaus

Interjektion

Bedeutungen

  1. förmlich:Ausruf im Sinne von „das verdient Anerkennung“
    • Chapeau! Ich hätte das nicht gekonnt.
    • „Wenn Sie zwanzig wären, würde ich denken: o weh. Bei Ihnen sage ich: Chapeau, und zöge Lebensweisheit in Betracht, wüßte ich nicht, daß Sie zu viel an Ihre Katze denken. Darum sage ich Ihnen lieber gleich: Es geht ihr gut.“Adolf Muschg: Sutters Glück. 1. Auflage. Suhrkamp Verlag, Frankfurt am Main 2003 (Suhrkamp-Taschenbuch ; 3442), ISBN 3-518-39942-X, Seite 82 .

Quelle: Wiktionary, lizenziert unter CC BY-SA 4.0. Scrabble-Punkte nach den offiziellen deutschen Buchstabenwerten.