derEponym
- Wortart
- Substantiv
- Silbentrennung
- Ep·o·nym
- Buchstaben
- 6
- Scrabble-Punkte
- 21
Substantiv, maskulin (der)
Bedeutungen
- Namensträger, nach dem etwas benannt wird
„Eponyme gr. der seinen Namen auf andere gegeben hat“
Friedrich Hauck,Gerhard Schwinge: Theologisches Fach- und Fremdwörterbuch, 10. durchges. Auflage, Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2005, Seite 64
- mythische oder historische Person (in außereuropäischen Kulturen auch ein Tier), auf deren Eigenname ein Toponym oder Gruppenname (Sippe, Stamm, Volk) zurückgeführt wird
„Jener Teukros ist kein anderer als der Eponym der Teukrer“
Friedrich Prinz: Gründungsmythen und Sagenchronologie, C. H. Beck, München 1979, Seite 70„Die Tierschreie (…) sowie das Wort 'yoleshi' weisen auf den Vogel Yoleshiama, das Eponym dieses Dorfes [Yoleshiamatedi] hin“
Otto Zerries: Mahekodotedi: Monographie eines Dorfes der Waika-Indianer (Yanoama) am oberen Orinoco (Venezuela), Renner, München 1974, Seite 232
- Staatlicher oder priesterlicher Amtsträger, nach dem in der Jahreszählung inschriftlicher oder urkundlicher Datumsangaben das laufende Jahr seiner Amtszeit benannt wurde
„Unter Tiglatpilesar III. (…) gab es einen Gouverneur von Zamua, namens Assur-da''innani, der Eponym des Jahres 733 war“
Friedrich Schipper: Zwischen Euphrat und Tigris: österreichische Forschungen zum Alten Orient, LIT-Verlag, Wien 2004, Seite 80„Jagdspiele scheinen im Amtsjahr des Eponym G. Fronto allerdings in Byzanz stattgefunden zu haben“
Edith Schönert-Geiss: Zur Geschichte Thrakiens anhand von griechischen Münzildern aus der römischen Kaiserzeit, in: Klio 49 (1967), Seite 217-264, Seite 219
- Urheber, nach dem ein Werk benannt wird
„Perseus als Eponym des Perseia-Brunnens (…) hat das gleiche Recht als historisch genommen zu werden wie Appius als Schöpfer der Via Appia“
Friedrich Cornelius: Geistesgeschichte der Frühzeit, Teil II.2, Brill, Leiden 1967, Seite 313, Anm. 205
- Literarischer Held oder sonstiges Thema, nach dem ein Werk benannt ist
„In ihm [Elpenor] ehren Odysseus und die Dichtung [Homers Odyssee], deren Eponym er ist, das Unglück der verlorenen Heimat“
H. Rohdich: Elpenor, in: Irene J. F. de Jong (Hrsg.), Homer: critical assessmnets, Routledge, London u.a. 1999, Band IV, Seite 262-270, Seite 268„…er verwandelt sich Schritt für Schritt in den grotesken Junta, in den Ausbeuter der Kadaver, die das Eponym des Buches [Juntacadáveres von Juan Carlos Onetti] sind“
Markus Fischer: Was uns fehlt: utopische Momente in Juntacadáveres von Juan Carlos Onetti, Peter Lang, Bern u.a. 1995, Seite 281
- Ort (in der Archäologie der Hauptfundort für Überreste einer Kultur), nach dem etwas (zum Beispiel eine Handelsware, dort siedelnde Bevölkerung, eine an diesem Ort besonders bezeugte prähistorische Kultur) benannt wird
„Hier finden die berühmten Produktionsorte am rheinischen Vorgebirge Berücksichtigung, die oftmals Eponyme für im Handel weit verbreite Spitzenwaren der Karolingerzeit und des hohen Mittelalters wurden“
Ehtnographisch-archäologische Zeitschrift 43,4 (2002), S.489„Es [das Dorf „Vinča“] stellt das Eponym der Kultur des jüngeren Neolithikums auf dem Territorium des Balkans dar“
Balcanica 24 (1993), Seite 100
- Eigenname, von dem ein anderes Wort abgeleitet ist
- Eigenname einer Person des Typs 1a, aus dem ein Toponym oder Gruppenname abgeleitet wurde
„Aber auch in dieser genealogischen Liste tauchen die Namen Skordiskos, das Eponym für Skordisker und Triballos, das Eponym für Triballer auf“
Wlodzimierz Pajakowski, Die Herkunft der Päoner, in: Eos 72 (1984), Seite 59-74 Seite 66
- Eigenname, der die Basis für eine sprachliche Ableitung ist
„Im angloamerikanischen Raum wird die abgeleitete Form auch als 'eponym' bezeichnet, was der traditionellen europäischen Bedeutung widerspricht, wonach »Eponym« (frz. 'éponyme') die Ableitungsbasis meint“
Wolfgang Schweickard: Morphologie der Namen: Ableitungen auf der Basis von Eigennamen, in: Gerold Hilty u.a. (Hrsg.), Ein internationales Handbuch zur Onomastik, de Gruyter, Berlin/New York 1995, Seite 431-435, Seite 431„Schließlich findet sich [für Ableitungen aus Eigennamen] - vor allem in Veröffentlichungen aus dem angelsächsischen und auch aus dem slavischen Bereich - häufig der Ausdruck Eponym . In der westeuropäischen Tradition wird mit Eponym jedoch der zugrundeliegende Eigenname, also die Basis für die Ableitung, bezeichnet.“
Tanja Anstatt: Polnische Deonyme: Vom Nomen Proprium zum Appellativum, in: Jana Schulze / Eduard Werner (Hrsg.), Linguistische Beiträge zur Slavistik: V. JungslavistInnen-Treffen [sic], Bautzen 1996, Sagner, München 1997, Seite 7-33, S.7 Anm. 2
- Wort, das aus einem Eigennamen abgeleitet ist
- Wort (Nomen, Adjektiv, Verb), das durch sprachliche Ableitung, Zusammensetzung oder Bedeutungsverschiebung aus einem Eigennamen entstanden ist
Auch Verben können Eponyme sein, so etwa „dieseln“, „fringsen“, „röntgen“.
- Medizin, Naturwissenschaften, Technik: Name einer Entdeckung oder Erfindung, der aus dem Namen einer (oder mehrerer) an der Entdeckung bzw. Erfindung oder ihrer Erstbeschreibung besonders beteiligten Person gebildet ist und an diese erinnern soll
„Unter dem übermächtigen Einfluß der amerikanischen Medizin sind auch in Deutschland Eponyme wieder gängig geworden“
Herbert Lippert: Die Fachlexikographie der Medizin: eine Übersicht, in: Lothar Hoffmann u.a. (Hrsg.), Fachsprachen: ein internationales Handbuch zur Fachsprachenforschung und Terminologiewissenschaft, de Gruyter, Berlin/New York 1999, Seite 1966-1975, Seite 1969
- Altertums-, Geschichtswissenschaften, Ethnologie: Name in abgeleiteter Verwendung, der auf einen Namensträger des Typs [1] zurückgeführt wird
„… wenn die Namen der Jakobssöhne Eponymen von Stämmen sind, die zusammen die Israel genannte Amphiktyonie darstellen“
Antonius H. J. Gunneweg: Leviten und Priester, Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 1965, Seite 55„Nachdem sie es [ihr Konsulat] angetreten hatten und so ihr Name als Eponym des Jahres gesichert war, traten sie daher zurück“
Jochen Bleicken: Zwischen Republik und Prinzipat: zum Charakter des Zweiten Triumvirats, Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 1990, S.41
- Literarische Stilfigur: Namensträger oder Name, der aufgrund eines mit dem Träger besonders assoziierten Sachverhalts (zum Beispiel dessen Ortszugehörigkeit, Nachfahren, besondere Fähigkeiten) in übertragener Bedeutung als Synonym für diesen Sachverhalt genannt wird
„Kein anderes Prophetenbuch bezeichnet Edom [die Stadt der Nachfahren Esaus, der Edomiter] so gehäuft mit seinem Eponym 'Esau'“
Paul-Gerhard Schwesig: Die Rolle der Tag-JHWHs-Dichtung im Dodekapropheton, de Gruyter, Berlin 2006, Seite 111„… von der bloßen Erwähnung Arthurs oder Merlins als Eponyme für König und Zauberer“
Kurt Gamerschlag: Moderne Artus-Rezeption, 18.-20. Jahrhundert, Kümmerle, Göppingen 1991, Seite 11
- Kultbeiname, der die Zugehörigkeit einer Gottheit zu einer bestimmten Ethnie, Stadt oder Kultstätte zum Ausdruck bringt
Über die auf Delos geborene Artemis/Diana: "Delia ist das Eponym von Diana“
Nicoline Hörsch: Republikanische Personennamen. Eine anthroponymische Studie zur Französischen Revolution, Niemeyer, Tübingen 1994, Seite 282
- Beiname mit ehrender, spöttischer oder charakterisierender Funktion, der besondere Eigenschaften des Trägers hervorhebt
„Dieses Eponym [Physkon "Fettwanst"] reflektiert den schlechten Ruf des Ptolemaios VIII. Evergetes II., der wegen seiner Gewalther[r]schaft … auch Kakergetes genannt wurde“
Volker Siegert (Hrsg.), Flavius Josephus: Über die Ursprünglichkeit des Judentums - Contra Apionem, Band II, Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2008, Seite 103„Er selbst wird 'der bleiche und liebliche Psychagog' genannt, eines der Eponyme für Hermes, den Gott, der die Seelen in die Unterwelt führt“
Frederick Wyatt: Zur Themenwahl in der Literatur: Gefahren und Gewinne. Ein Vergleich von André Gides "Der Immoralist" und Thomas Manns "Der Tod in Venedig", in: Johannes Cremerius u.a. (Hrsg.), Freiburger literaturpsychologische Gespräche, Band 3, Frankfurt a.M./Bern/New York 1984, Seite 113-144 (aus dem Englischen von Ursula Renner-Henke)
| Kasus | Singular | Plural |
|---|---|---|
| Nominativ | der Eponym / das Eponym | die Eponyme / die Eponymen / die Eponyma |
| Genitiv | des Eponym / des Eponyms / des Eponymen | der Eponyme / der Eponymen / der Eponyma |
| Dativ | dem Eponym / dem Eponymen | den Eponymen / den Eponyma |
| Akkusativ | den Eponym / den Eponymen / das Eponym | die Eponyme / die Eponymen / die Eponyma |
Quelle: Wiktionary, lizenziert unter CC BY-SA 4.0. Scrabble-Punkte nach den offiziellen deutschen Buchstabenwerten.