dieSchnecke
- Wortart
- Substantiv
- Silbentrennung
- Schne·cke
- Buchstaben
- 8
- Scrabble-Punkte
- 18
Substantiv, feminin (die)
Bedeutungen
- (in zahlreichen land- und wasserlebenden Arten vorkommendes) längliches Weichtier mit zwei Paar Fühlern am Kopf (wobei sich am Ende des oberen Paares die Augen befinden), auf dessen Rückenseite sich häufig ein zumeist spiralförmig gewundenes, aus Kalk bestehendes Gehäuse befindet, und dessen landlebende Vertreter sich auf einer Spur selbst abgesonderten Schleims auf der bauchseitigen Kriechsohle sehr langsam fortbewegen
„Neben ihm, in einem feuchten, düſteren Winkel wucherte Huflattich und ſpreitete ſeine breiten Blätter zu phantaſtiſchen Verſtecken den Schnecken und Würmern.“
Robert Musil: Die Verwirrungen des Zöglings Törleß. Wiener Verlag, Wien/Leipzig 1906, Seite 139 (Zitiert nach Google Books) .«Auf dem Kietzer Friedhof lag ich unter Linden und Kastanien und sah einer Schnecke beim Aufstieg auf den Grabstein von Emil und Minna Munk zu, die Frau hatte ihren Mann um zweiundzwanzig Jahre überlebt.»
Ilma Rakusa: Langsamer! Gegen Atemlosigkeit, Akzeleration und andere Zumutungen. 4. Auflage. Literaturverlag Droschl, Graz 2005, ISBN 3-85420-692-5, Seite 80 (Zitiert nach Google Books) .
- als Nahrungsmittel verwendetes, essbar zubereitetes Exemplar (bestimmter Arten) des unter [1] beschriebenen Weichtiers
„Mit der Zange greift man sich ein Häuschen, gießt die flüssige Butter in den Löffel und holt mit der Gabel die Schnecke aus dem Häuschen. Zum vollkommenen Genuß wird jeweils etwas Weißbrot mit Schnecke und Butter gekaut und ein Schluck Riesling dazu getrunken.“
Peter-Paul Schwarz; [u]nter Mitarbeit von Dieter Kellermann, Irene Koch und Christine Schönherr (Herausgeber): Gepflegte Gastlichkeit. Ein praktisches Handbuch für die Gestaltung gelungener Stunden mit Gästen. Falken-Verlag Sicker, Wiesbaden 1967, Seite 11 .
- umgangssprachlich:kleines, spiralförmig (schneckenförmig) zusammengerolltes Feingebäck aus Hefe-, Hefefein- oder Plunderteig mit süßen oder herzhaften Füllungen und/oder Belägen
„Dann geht sie entschlossen in einen Bäckerladen und kauft mir zwei Schnecken à 5 Pfennig.“
Klaus Kinski: Ich bin so wild nach deinem Erdbeermund. Rogner & Bernhard, München 1975, ISBN 3-8077-0050-1, Seite 49 (Zitiert nach Google Books) .„Am Sonnabend fragt der Vater die Mutter: Wieviel Semmeln, wieviel Schnecken, wieviel Kuchen brauchste? Wie soll meine Mutter das wissen? Die Kaufwilligkeit der Kunden ändert sich, wie alles, von Woche zu Woche: Den einen Sonnabend bleiben Semmeln und Schnecken über, den anderen Sonnabend reichen sie nicht. Mit Kuchen, der überbleibt, wird meine ausgezeichnete Mutter fertig, aber Semmeln und Schnecken werden altbacken, sie müssen zu halben Preisen verkauft werden, und der Familienkrach ist fertig; Wort kommt zu Wort und Widerwort zu Widerwort, und eines Tages sagt die Mutter, nun hat sie genug, nun geht sie für immer davon.“
Erwin Strittmatter: Der Laden. 5. Auflage. Erster Teil, Aufbau-Verlag, Berlin/Weimar 1987, ISBN 3-351-00392-7, Seite 376 (Zitiert nach Google Books) .
- über je einem Ohr spiralförmig (schneckenförmig) aufgerollter und festgesteckter Zopf
„Jetzt nimmt sie ihren Hut ab, dicke strohblonde Schnecken sitzen an den Ohren.“
Willi Bredel: Die Väter. Roman. Aufbau-Verlag, Berlin 1952, Seite 110 (Zitiert nach Google Books; Erstausgabe im Verlag für Fremdsprachige Literatur, Moskau 1941) .„Mit zu Schnecken verflochtenen grauen Haaren und weißem Gesicht hockte sie im Schutz von Theke und Kasse und strickte.“
Jan Koneffke: Paul Schatz im Uhrenkasten. 1. Auflage. DuMont Buchverlag, Köln 2000, ISBN 3-7701-5219-0, Seite 187 .
- spiralförmiger (schneckenförmiger) Teil des Innenohrs
„Das eigentliche Gehörorgan ist das untere Labyrinthsäckchen und besonders sein aufgewundener Anhang, die ‚Schnecke‘.“
Karl von Frisch: Du und das Leben. Eine moderne Biologie für jedermann. Verlag des Druckhauses Tempelhof, Berlin 1947, Seite 13 (Erstausgabe bei Ullstein, Berlin 1936) .„Etwas unter und vor dem Sacculus liegt eine zweieinhalbfach gewundene Schnecke, in der die Rezeptoren des Hörorgans liegen.“
Friedhart Klix: Information und Verhalten. Kybernetische Aspekte der organismischen Informationsverarbeitung. Einführung in naturwissenschaftliche Grundlagen der allgemeinen Psychologie. Deutscher Verlag der Wissenschaften, Berlin 1971, Seite 15 .
- spiralförmig (schneckenförmig) verzierter Abschluss des Halses einiger Streichinstrumente
„Am Geigenhals sind Griffbrett, Wirbelkasten und die Schnecke angebracht.“
Ein Himmel voller Geigen: In Cremona gibt es etwa 60 Werkstätten und eine Geigenbauschule. In: Nürnberger Nachrichten. 22. April 1995, Seite 49 .„Geigenbauer biegen dagegen Fichtenhölzer und Palisander und schaffen formschöne Streichinstrumente mit gedrechselten Schnecken und Wirbeln.“
Stefanie Schneider: Innungen: Musikinstrumentenbauer. In: Berliner Morgenpost. 23. März 2007, Seite 59 .
- spiralförmig (schneckenförmig) eingerolltes Zierelement von Bauteilen wie Konsolen, Giebeln oder Kapitellen
„Aber die Terracotta-Säulen der Vorhalle mit ihren Schnecken am Kapitell sind sehr lieblich anzuschauen und die Glocke läutet auch noch und zwar zu jeder vollen Stunde.“
Katja Kirschstein: Aus dem Land, wo nicht nur die Zitronen … Mein Leben in Italien. 5., überarbeitete Auflage. epubli, Berlin 2012, ISBN 978-3-8442-2161-9, Seite 133 (Zitiert nach Google Books) .
- Treppe, deren Stufen spiralförmig um eine Achse verlaufen
„Wie betäubt stolperte Adelheid die Schnecke hinauf, die enge und steile Wendeltreppe, die vom Saal direkt in die Kemenaten führte.“
Simone Knodel: Adelheid von Lare. Historischer Roman um die Stifterin des Klosters Walkenried. 1. Auflage. Amicus, Föritz 2004, ISBN 3-935660-31-6, Seite 35 .
- Gewinde, das spiralförmig in ein zylindrischen, kegelförmigen oder dergleichen Körper gefräst wurde
„Man wollte von mir wissen, ob die Haltevorrichtung durch einen am Lagerblock befestigten Motor sich drehen lasse, und zwar mit Hilfe des aus der Schnecke 9 oder des aus dem Schneckenrad 8 bestehenden Getriebes.“
0-H0-Z TT und N – Spaß der Väter. In: DIE ZEIT. Nummer 51, 17. Dezember 1965, ISSN 0044-2070, Seite 48 (Archiv-URL, abgerufen am 4. August 2021) .„Bei jeder Umdrehung dreht die Schnecke das Schneckenrad um einen Zahn weiter.“
Knackhaspel ist historische Seltenheit im Sorbischen Museum. In: Sächsische Zeitung. 30. Januar 2008, Seite 17 (Ausgabe Weißwasser) .
- auf dem Funktionsprinzip der archimedischen Schraube beruhende Förderanlage für vor allem Schüttgut
„Die Anlage wird täglich befüllt, zum Beispiel mit Mais, der neben der Anlage gelagert wird. Über Förderbänder und Schnecken gelangt das Material in die Behälter, unter deren Foliendächern bei der Vergärung Methan und Kohlendioxid entstehen.“
Biogasanlage Jerxheim produziert ersten Strom. In: Braunschweiger Zeitung. 7. Dezember 2005 .„Das Holzheizkraftwerk besteht aus einem kleinen Hackschnitzelbunker mit einer Fördereinrichtung, einem Schubboden, mittels dessen die Hackschnitzel über ein Förderband oder eine Schnecke in den Heizkessel transportiert und verbrannt werden.“
Holzheizkraftwerk: Umweltschonend und nachhaltig. In: Frankfurter Neue Presse. 13. Oktober 2008, Seite 6 .
- Horn des männlichen Muffelwildes
„Auffallend neben der schönen Fellzeichnung und dem quirligen Wesen sind die zum Teil stark gedrehten Hörner, die so genannten Schnecken, der Widder, also der männlichen Tiere. Anders als die Hirsche, die ihr Geweih jedes Jahr abwerfen, bleibt den Mufflons ihre Schnecke ein Leben lang erhalten.“
Sabine Graser-Kühnle: Mufflons im Gehege. In: Hohenzollerische Zeitung. 27. Januar 2015, Seite 22 (Lokalausgabe der SÜDWEST PRESSE) .
- übertragen:etwas, was der äußerlichen Form des Schneckenhauses ähnelt
„Beide Schmalfronten, hier am Château d’Eau, dort an der obersten Böschung, enden mit eingezogenem Halbkreis und ausgewölbten Schnecken; in den Buchtungen steht oben das Oktogon, unten ein doppeltes Ehrentor – doppelt, damit der Tragbaldachin einschweben kann, unter welchem das Königs-Paar morgen Abend die Defilier-Cour abnehmen wird.“
Wolf von Niebelschütz: Der blaue Kammerherr. Galanter Roman in vier Bänden. Sonderausgabe in der vom Autor revidierten Fassung, Suhrkamp Verlag, Frankfurt am Main 1961, Seite 408 (Zitiert nach Google Books; Erstauflage 1949) .„Der Zug der Heilsarmee formte eine Schnecke, schloß einen Kreis, und da standen sie und riefen, bliesen und paukten ihr Lobet den Herrn, und die Hexen lachten weiter, hielten sich den Wolkenbauch, pißten und legten sich vor dem Wind auf den Rücken.“
Wolfgang Koeppen: Das Treibhaus. Roman. Non Stop-Bücherei [Herbig], Berlin-Grunewald [1955], Seite 120–121 (Zitiert nach Google Books; Erstausgabe bei Scherz & Goverts, Stuttgart 1953) .
- selten, regional:(hübsches, niedliches) Kind, besonders ein Mädchen
„Am 9. November tat sie mit exakt 3042 Gramm und 48 Zentimetern ihren ersten Schrei und ist seitdem liebevoll umsorgter Mittelpunkt. Von Mama, die sie ‚süße Schnecke‘ nennt, hat sie angeblich die Pausbäckchen, von Papa hingegen den Mund und den nächtlichen Appetit geerbt.“
Süße Schnecke mit Pausbacken. In: Kleine Zeitung. 13. Dezember 2009, Seite 45 (Ausgabe Villach) .
- salopp:junge Frau
„Der steht mit seinen Kumpels an der Theke, ein Bier in der Hand und die Augen auf der Tanzfläche – Schnecken checken.“
Jürgen Flatken: Wachs in des Mannes Händen. In: Mannheimer Morgen. 29. April 2006 .„»Na fantastisch«, knurrte Katinka ihn an. »Hier verläuft ein Fahrradweg!«
- umgangssprachlich, scherzhaft:weibliche Person, mit der man in einer festen Beziehung, in einer festen Lebensgemeinschaft zusammenlebt; weibliche Person, für die man Liebe empfindet oder mit der man eine sexuelle Beziehung pflegt
„‚Ich glaube, du verwechselst mich mit deiner Geliebten.‘
- salopp, abwertend:weibliche Person, die für ein Entgelt sexuelle Handlungen als Dienstleistung anbietet und ausübt
„»[…] Ich wollte die fetteste Schnecke im Bordell bezahlen, dass sie deinen kleinen Pimmel zum Glühen bringt!«“
Brian Lee Durfee: Das pechschwarze Herz. Die Fünf Kriegerengel 2. 1. Auflage. Klett-Cotta, Stuttgart 2020 (Originaltitel: The Blackest Heart: The Five Warrior Angels 2, übersetzt von Olaf Schenk aus dem Amerikanischen), ISBN 978-3-608-11618-2 (E-Book; zitiert nach Google Books; amerikanische Originalausgabe 2019) .
- derb:die äußeren und/oder ein Teil der inneren primären weiblichen Geschlechtsorgane
„Anna atmete an seiner Seite, »mein Wildpferd«, und Paul saugte an Annas Lippen und schleckte Annas weiche Brust ab und stieg vom Bett und steckte seine Nase in Annas Hintern, der ein warmer, weißer und nasser Mond war, und Annas Hintern preßte sich gegen sein Gesicht, und sie wand sich, und es schauderte sie, und in Annas Poloch schmeckte es bitter und herb, und er raste mit seinem Gesicht vom engen schwarzen Loch zu Annas behaarter Schnecke (oder Annas Schnabeltier mit winzigem, rotem Schnabel), wo es heiß war und roch, als rieche man an einem Waldboden oder an Sauerkraut oder verklebten und staubigen Karamellen, und er schleckerte sie aus, als sei sie ein Honigfaß, und Annas Finger verknoteten sich, und Annas Gesicht, das sie im Kissen versteckte, war von Schweiß bedeckt, und Pauls Specht erwachte aus seinem Viertelstundenschlaf und pochte bei Anna an, und es riß sie hoch, als er in sie drang.“
Jan Koneffke: Paul Schatz im Uhrenkasten. 1. Auflage. DuMont Buchverlag, Köln 2000, ISBN 3-7701-5219-0, Seite 105 .„‚Reifes Team verw. Dich! Mutter bläst Dich in den Himmel, während Du Tochters Schnecke leckst!‘ Diese Sex-Anzeige im Berliner Tip war die eine Anzeige zu viel.“
Alice Schwarzer: Da ist nichts mehr, was uns schützt. In: EMMA. Nummer 1 [276], Januar/Februar 2007, ISSN 0721-9741, Seite 88 (Archiv-URL, abgerufen am 4. August 2021) . Das Wort »Tip« ist im Originalsatz kursiv gesetzt.
- salopp, abwertend:jemand, der langweilig, schwerfällig, träge ist
„Als markante und präzise Charakterisierung von Menschen sind Angsthase, Löwenmut, Hundetreue, lahme Schnecke, eitler Pfau ebenso in Gebrauch wie dumme Gans, listiger Fuchs und falsche Katze.“
Von wegen dumme Gans … In: Lausitzer Rundschau. 26. August 2002 .
- salopp, abwertend:jemand, der langsam handelt und deshalb das von ihm Erwartete nicht leisten kann
„Das Bild eines Herrschers, sagte Friedrich zu Berzejew, in feudalen Zeiten war ein Herr über fünfzig Angestellte ein Herr. Der da ist eine Schnecke, der Vetter des Onkels meiner Mutter.“
Joseph Roth: Ein Kapitel Revolution. In: Hermann Kesten (Herausgeber): 24 neue deutsche Erzähler. 1.—5. Tausend, Gustav Kiepenheuer Verlag, Berlin 1929, Seite 19 (Zitiert nach Google Books) .
- salopp, abwertend:Verkehrsmittel, das sich nur langsam (im Kriech- oder Schleichtempo) fortbewegt
„‚Du, Papa‘, sagt Susanne, ‚ich glaub’, der ICE ist ’ne lahme Schnecke.‘“
Edo Reents: Eine lange Reise durch die Waschstraße. In: Süddeutsche Zeitung. Nummer 212, 15. September 1998, ISSN 0174-4917, Seite 3 .„Frau Sasse mußte nach Wörlitz, der Mietwagen war eine Schnecke – als ich Zerbst erreichte, war niemand mehr da.“
Victor Klemperer; Walter Nowojski, unter Mitarbeit von Christian Löser (Herausgeber): So sitze ich denn zwischen allen Stühlen. 1. Auflage. [Band 2] Tagebücher 1950–1959, Aufbau-Verlag, Berlin 1999, ISBN 3-351-02393-6, Seite 5 .
- salopp, abwertend:jemand, der langsam (im Kriech- oder Schleichtempo) fährt
„Es gibt sie überall, die Raser und lahmen Schnecken.“
In der Ruhe liegt die Kraft. Ganz nebenbei. In: Nordkurier. 19. Juni 2014, ISSN 0232-1491, Seite 15 .
| Kasus | Singular | Plural |
|---|---|---|
| Nominativ | die Schnecke | die Schnecken |
| Genitiv | der Schnecke | der Schnecken |
| Dativ | der Schnecke | den Schnecken |
| Akkusativ | die Schnecke | die Schnecken |
- Verkleinerungsformen
- Schneckchen, Schnecklein
Quelle: Wiktionary, lizenziert unter CC BY-SA 4.0. Scrabble-Punkte nach den offiziellen deutschen Buchstabenwerten.