deklinieren
- Wortart
- Verb
- Silbentrennung
- de·kli·nie·ren
- Buchstaben
- 11
- Scrabble-Punkte
- 15
Verb
Bedeutungen
- transitiv:(ein Substantiv, Adjektiv, Pronomen, Artikelwort) beugen
„Ein Prüfer der Göttinger Uni hatte den Mann nach einer mündlichen Prüfung mit null Punkten nach Hause geschickt, weil er ‚Caesar‘ nicht richtig deklinieren konnte.“
Berliner Morgenpost, 18.06.1998, S. 32.„Im Deutschen werden Personalpronomina wie Substantive in allen vier Kasus dekliniert, z. B. ich – mich – mir – meiner.“
Elke Hentschel und Petra M. Vogel (Hrsg.), Deutsche Morphologie, 2009, S. 313.
- [auf eine bestimmte Weise] gebeugt werden
„Einige, sonst stark declinirende Wörter, folgen zu gleicher Zeit auch dieser schwachen Decl. […]“ (1819)
Jacob Grimm, Deutsche Grammatik, 1. Teil, 1819, URN:nbn:de:bvb:12-bsb10922275-6 (Bayerische Staatsbibliothek), S. 85.„Steht das Adjektiv ohne Artikelwort beim Substantiv, so dekliniert es stark […] Steht es nach dem bestimmten Artikel oder einer vergleichbar deklinierenden Einheit, so dekliniert es schwach […] Steht das Adjektiv nach dem unbestimmten Artikel oder einer vergleichbar deklinierenden Einheit, so dekliniert es gemischt […]“
Peter Eisenberg, Grundriss der deutschen Grammatik, Band 1: Das Wort, 4. Aufl. 2013, S. 172.
- transitiv:etwas sehr gründlich abhandeln, beschreiben, darstellen etc.; etwas in allen seinen Facetten durchdenken, durchspielen
„Frauen im Kampf, gegen die wilden Männer, die bilden in ihrer Welt das Verdrängte. So drastisch dekliniert der Film Unbehagen in der Kultur.“
Süddeutsche Zeitung, 24.05.1994, S. 12.„Darauf folgt ein furioses Deklinieren der schwarzen Jazzmusik, eine heftige Bekenntnissuada ohne Punkt und Komma – mehr als eine bloße Hommage an die Großen seines Instruments, an John Coltrane und Lester Young.“
Süddeutsche Zeitung, 17.07.1995, S. 12.
- veraltet, intransitiv:sich neigen, senken; sich verringern; nachlassen
- veraltet, transitiv:etwas vermeiden, abwenden; ablehnen, ausschlagen
„Allein weil ich sonst schon Gelegenheit hatte den Pabst vielfältig zu sehen, befand ich vor gut, diese Audienz zu decliniren.“ (1722)
David Faßmann, Gespräche in dem Reiche derer Todten: Vier und viertzigste Entrevuë, 1722, URN:nbn:de:bvb:12-bsb10898119-4 (Bayerische Staatsbibliothek), S. 895.„Die angebotene Raths-Deputation und das gewohnliche Reichs-Stättische Ehren-Geschenck aber declinirte Er.“ (1767)
Johann Jacob Moser, Von denen Teutschen Reichs-Ständen, der Reichs-Ritterschafft, auch denen übrigen unmittelbaren Reichs-Glidern, 1767, URN:nbn:de:bvb:12-bsb11223252-5 (Staats- und Stadtbibliothek Augsburg), S. 735.
- veraltet, intransitiv:abweichen
„So beschuldiger GOttes wort die ordinari Priester im ampt doch eben so hart / daß sie zur rechten decliniren / und die vornehmste schuld und ursache an allem verfall / zerstreuung und unordnung in Kirchen und Schulen seyn […]“ (1700)
Gottfried Arnold, Unpartheyische Kirchen- und Ketzer-Historie, Bd. 2 (T. 3/4), 1700, S. 785, zit. nach Deutsches Textarchiv (URN:nbn:de:kobv:b4-200905198323).„Deinclinatum horologium, ist eine Sonnenuhr, welche auf einer solchen Fläche beschrieben ist, die nicht nur declinirt (d. i. von einer Hauptgegend der Welt seitwärts abweicht), sondern auch inclinirt (d. i. vorwärts oder rückwärts hängt).“ (1776)
Johann Hübner, Johann Hübners curiöses und reales Natur-Kunst-Berg-Gewerk- und Handlungs-Lexicon, 1776, Sp. 637.
| Person | Präsens | Präteritum |
|---|---|---|
| ich | ich dekliniere | ich deklinierte |
| du | du deklinierst | du dekliniertest |
| er/sie/es | er/sie/es dekliniert | er/sie/es deklinierte |
| wir | wir deklinieren | wir deklinierten |
| ihr | ihr dekliniert | ihr dekliniertet |
| sie | sie deklinieren | sie deklinierten |
- Partizip I
- deklinierend
- Partizip II
- dekliniert
- Hilfsverb
- haben
- Imperativ
- dekliniere!, deklinier!, dekliniert!
Quelle: Wiktionary, lizenziert unter CC BY-SA 4.0. Scrabble-Punkte nach den offiziellen deutschen Buchstabenwerten.