WortTüftler

dasLüften

Wortart
Substantiv
Silbentrennung
Lüf·ten
Buchstaben
6
Scrabble-Punkte
15

LüftenSubstantiv, neutrum (das)

Bedeutungen

  1. Aussetzung der frischen Luft
    • „Richtiges und ausreichendes Lüften kann die Schimmelbildung in Räumen vermeiden.“Richtig Lüften, Schimmelbildung vermeiden www.umweltbundesamt.de, abgerufen am 3. November 2014
    • „Falsches Lüften in der Heizperiode wirkt sich stark auf den Energieverbrauch und damit auf die Betriebskosten aus.“Richtiges Heizen und Lüften(PDF; 3,1MB) www.verbraucherzentrale-energieberatung.de, abgerufen am 3. November 2014
Deklination
KasusSingularPlural
Nominativdas Lüften—
Genitivdes Lüftens—
Dativdem Lüften—
Akkusativdas Lüften—

lüftenVerb

Bedeutungen

  1. intransitiv, transitiv:dem Innenraum eines Gebäudes, einer Wohnung, eines Zimmers, auch eines Fahrzeugs oder dergleichen Frischluft zu- oder abführen (indem die Fenster geöffnet werden, mithilfe von Durchzug oder dergleichen)
    • Es ist so stickig hier in der Wohnung, kannst du bitte ein Fester öffnen und lüften?
    • „An der Wand paar Heiligenbilder und Photographien von Soldaten, nicht einmal gelüftet war worden, offenbar hoffte man, der neue Gast werde nicht lange bleiben, und tat nichts dazu, ihn zu halten.“Franz Kafka; Max Brod (Herausgeber): Das Schloss. Roman. Kurt Wolff Verlag, München 1926, Seite 44 (Zitiert nach Wikisource-Quellentext „Seite:De_Kafka_Schloß_044.jpg“) .
  2. transitiv:etwas frischer Luft aussetzen, meist um Gerüche zu entfernen oder der Bildung von Schimmel vorzubeugen
    • Nach dem Aufstehen lüfteten sie die Betten im offenen Fenster.
    • „Ich muß euer Zimmer reinigen, euer Bett lüften und ordnen, für euer Fressen sorgen und außerdem für deine Hermine noch den Laufburschen spielen.“Willi Bredel: Die Väter. Roman. Aufbau-Verlag, Berlin 1959 (Das Taschenbuch des Aufbau-Verlages ; 42/43), Seite 254 (Zitiert nach Google Books; Erstausgabe im Verlag für Fremdsprachige Literatur, Moskau 1941) .
  3. transitiv:etwas leicht und/oder kurz nach oben oder von der Stelle, an der es sich befindet, bewegen
    • Er schlich zur Keksdose und lüftete den Deckel.
    • „‚[…] Meine Weste ist ganz verdorben, die habe ich überhaupt dort gelassen, meine Hosen sind zerfetzt, ich bin in Unterhosen‘ — und er lüftete die Decke ein wenig und lud Karl ein, unter sie zu schauen.“Franz Kafka; mit einem Nachwort von Max Brod: Amerika. Roman. Kurt Wolff Verlag, München 1927, Seite [271] (Zitiert nach Digitalisat der ULB Düsseldorf) .
  4. reflexiv, regional:aus dem Liegen, Sitzen oder Hocken hochkommen
    • „Nach dem Eſſen durften ſie ſich lüften, ſpielen, durften in den Räumen des großväterlichen Hauſes herum gehen, oder ſonſt thun, was ſie wollten, wenn es nur nicht unſchiklich oder verboten war.“Adalbert Stifter: Bergkriſtall. In: Bunte Steine. Ein Feſtgeſchenk. 1. Auflage. Zweiter Band, Verlag von Guſtav Heckenaſt/Georg Wigand, Peſth/Leipzig 1853, Seite 32 (Zitiert nach Deutsches Textarchiv) .
  5. übertragen, transitiv:etwas nicht länger bestehen lassen, an etwas nicht länger festhalten; etwas bekanntgeben, bekanntmachen, das vorher geheim oder verborgen war
    • Der Detektiv hat das Rätsel um den verschwundenen Koffer gelüftet.
    • „Das Dunkel um die Andrea Doria wird kaum je gelüftet werden.“Dunkel und Donner um „Doria“. In: DIE ZEIT. Nummer 25, 25. Oktober 1956, ISSN 0044-2070, Seite 20 (Archiv-URL, abgerufen am 22. August 2020) .
  6. umgangssprachlich, übertragen, veraltet, transitiv:jemanden hartnäckig zu etwas zu bewegen suchen, jemanden lästig bedrängen, jemanden schikanierend hin und her hetzen; jemanden (auch mit Schlägen) abstrafen
  7. umgangssprachlich, übertragen, scherzhaft, transitiv:jemanden ins Freie führen, spazieren führen; jemanden zum Ausgehen einladen, vergnügungshalber ausführen
    • „Prima Idee, Bianca, Gassi gehen und Sohnemann lüften.“Brigitte Pons: Rachekreuz. Frank Liebknechts dritter Fall. Ein Odenwald-Krimi. Digitale Neuausgabe, Bastei-Lübbe, Köln 2020, ISBN 978-3-7325-8264-8 (E-Book; zitiert nach Google Books; Originalausgabe 2016 unter dem Titel Nachtblau stirbt die Erinnerung) .
    • „Erst am Abend kommen wieder ein paar Autos an. Immer dasselbe: WC, ein paar Schritte machen, Hund und Kinder lüften.“Melanie Rietmann: Osterpicknick im Raststätten-Pärkli. In: St. Galler Tagblatt. 6. April 1999 .
  8. übertragen, scherzhaft, regional, transitiv:(den Hund) Gassi führen, (mit dem Hund) Gassi gehen
    • „Erst am Abend kommen wieder ein paar Autos an. Immer dasselbe: WC, ein paar Schritte machen, Hund und Kinder lüften.“Melanie Rietmann: Osterpicknick im Raststätten-Pärkli. In: St. Galler Tagblatt. 6. April 1999 .
    • „Sie muß vor Drehbeginn immer noch ‚den Hund lüften‘, ihren Dackel-Yorkshire-Mischling.“Iris Maika: Papas langer Schatten. In: DIE ZEIT. Nummer 48, 21. November 1997, ISSN 0044-2070, Seite 87 (Archiv-URL, abgerufen am 22. August 2020) .
  9. umgangssprachlich, übertragen, veraltet, transitiv:jemanden zwingen, wegzugehen, etwas zu verlassen; jemandes Abgang, Weggang erzwingen
Konjugation (Indikativ)
PersonPräsensPräteritum
ichich lüfteich lüftete
dudu lüftestdu lüftetest
er/sie/eser/sie/es lüfteter/sie/es lüftete
wirwir lüftenwir lüfteten
ihrihr lüftetihr lüftetet
siesie lüftensie lüfteten
Partizip I
lüftend
Partizip II
gelüftet
Hilfsverb
haben
Imperativ
lüfte!, lüftet!

Quelle: Wiktionary, lizenziert unter CC BY-SA 4.0. Scrabble-Punkte nach den offiziellen deutschen Buchstabenwerten.