dieTünche
- Wortart
- Substantiv
- Silbentrennung
- Tün·che
- Buchstaben
- 6
- Scrabble-Punkte
- 15
Substantiv, feminin (die)
Bedeutungen
- aus weißer (oder oft mit Farbstoffen getönter) Kalkmilch bestehende, mitunter auch Leim als Bindemittel enthaltende Anstrichfarbe, mit der Wände gestrichen werden
Die Wand war mit Tünche gestrichen.
„Da war eine beſchädigte Stelle in dem Bewurf, welche wie ein Land ausſah mit Seen und Städten, und ein Häufchen von groben Sandkörnern ſtellte eine glückſelige Inſelgruppe vor; weiterhin erſtreckte ſich eine lange Schweinsborſte, welche aus dem Pinſel gefallen und in der blauen Tünche ſtecken geblieben war; denn Jobſt hatte im letzten Herbſt einmal ein kleines Reſtchen ſolcher Tünche gefunden und damit es nicht umkommen ſollte, eine Viertelswandseite damit angeſtrichen, ſo weit es reichen wollte, und zwar hatte er die Stelle bemalt, wo er zunächſt im Bette lag.“
Gottfried Keller: Die Leute von Seldwyla. Erzählungen. 1. Auflage. Druck und Verlag von Friedrich Vieweg und Sohn, Braunſchweig 1856, Seite 411 (Zitiert nach Deutsches Textarchiv) .
- übertragen, veraltet:vor allem auf die Gesichtshaut aufgetragenes kosmetisches Mittel zur Verschönerung beziehungsweise (insbesondere in den darstellenden Künsten) zur Veränderung des Aussehens
„Ehrlich gesagt: was wir gesehen haben, waren thönerne Beine, und was wie gesunde Fleischfarbe erschien, war nur aufgemalte Tünche.“
Friedrich Nietzsche: Unzeitgemässe Betrachtungen. Erstes Stück: David Strauss, der Bekenner und der Schriftsteller, Verlag von E. W. Fritzsch, Leipzig 1873, Seite 100 (Zitiert nach Google Books) .„‚Dafür sehen Sie aber recht propper aus, Frau Paulsen‘, konnte sich Barbara die Bemerkung nicht verkneifen, ‚oder ist das alles Tünche, was Sie im Gesicht tragen?‘“
Claudia Torwegge: Liebe hat ihre eigenen Gesetze. Martin Kelter Verlag, Hamburg 1990 (Serie „Fürstenhöfe“, Band 96), Seite 52 .
- abwertend, veraltet:etwas, was einen Sachverhalt, das äußere Erscheinungsbild, den wahren Hintergrund oder das eigentliche Wesen verschleiern, verdecken soll
„Der Mittelſtand wird langſam, aber ſicher zerrieben — die mühſam bewahrte Haltung der Bürgerlichen iſt heute ſchon häufig Tünche, und nach oben und unten wandern ſie ab: nach oben — das ſind die Kriegs- und Revolutionsgewinnler; nach unten: die proletariſierten Maſſen.“
Ignaz Wrobel: Das Geſicht der Stadt. In: Freiheit. Berliner Organ der Unabhängigen Sozialdemokratie Deutſchlands. Nummer 484, 3. Jahrgang, 16. November 1920, Seite [2] (Morgen-Ausgabe; zitiert nach Digitalisat der FES) .„Jetzt gehe mit dem Wert seines Geldes seine demokratische Tünche vollends dahin.“
Lion Feuchtwanger: Erfolg. Drei Jahre Geschichte einer Provinz. Roman. Erster Band, Gustav Kiepenhauer Verlag, Berlin 1930, Seite 514 (Zitiert nach Google Books) .
| Kasus | Singular | Plural |
|---|---|---|
| Nominativ | die Tünche | die Tünchen |
| Genitiv | der Tünche | der Tünchen |
| Dativ | der Tünche | den Tünchen |
| Akkusativ | die Tünche | die Tünchen |
Quelle: Wiktionary, lizenziert unter CC BY-SA 4.0. Scrabble-Punkte nach den offiziellen deutschen Buchstabenwerten.