anstecken
- Wortart
- Verb
- Silbentrennung
- an·ste·cken
- Buchstaben
- 9
- Scrabble-Punkte
- 15
Verb
Bedeutungen
- transitiv:etwas mit einer Nadel oder dergleichen befestigen; auf/an etwas stecken
Meine Oma hat sich sonntags immer eine Brosche angesteckt.
„Ein kleines Abzeichen der Feuerwehr, das er eigentlich zu Unrecht behalten hat, nimmt er mit, um es außerhalb des Dorfes anzustecken, im Dorf selbst fürchtet er, es zu zeigen, obwohl es so klein ist, daß man es auf zwei Schritte Entfernung kaum sieht, aber nach des Vaters Meinung soll es sogar geeignet sein, die vorüberfahrenden Beamten auf ihn aufmerksam zu machen.“
Franz Kafka; Max Brod (Herausgeber): Das Schloss. Roman. Kurt Wolff Verlag, München 1926, Seite 418 (Zitiert nach Wikisource-Quellentext „Seite:De_Kafka_Schloß_418.jpg“) .
- transitiv:einen Ring oder dergleichen auf den Finger ziehen
„Mir war es, als wenn alle Leute nach mir ſähen; und den Verlobungsring vollends wagte ich nicht anzuſtecken, um, wie ich meinte, auf der Straße nicht aufzufallen.“
Paul Deuſſen; Erika Roſenthal-Deuſſen (Herausgeber): Mein Leben. F.A. Brockhaus, Leipzig 1922, Seite 226 (Zitiert nach Internet Archive) .„Der Angeklagte steckte ihn dem Ringfinger an, benutzte abermals sein Taschentüchlein als Verpackungsmaterial und forderte mich auf, seinen Weg zu begleiten.“
Günter Grass: Die Blechtrommel. Roman. 323.–372. Tausend, S. Fischer Verlag, Frankfurt am Main 1964, Seite 474 (Erstveröffentlichung 1962) .
- regional, transitiv:den Stecker eines elektrischen Geräts oder dergleichen in die (für ihn vorgesehene) Buchse, Steckdose oder dergleichen stecken
„Ich rasierte mich, da ich in der Morgenhetze nicht dazu gekommen war. Ich steckte meinen Apparat an, denselben wie gestern, und er ging.“
Max Frisch: Homo faber. Ein Bericht. 161.–180. Tausend [9. Auflage], Suhrkamp Verlag, Frankfurt am Main 1966, Seite 86 (Erstveröffentlichung 1957) .„Die unterwegs gemachten Aufzeichnungen fließen in ein Textverarbeitungsprogramm, die Telephonnummern in eine Datenbank, eine Notiz läßt sich mit einem bevorstehenden Arbeitstreffen verknüpfen, die Memos in eine schön strukturierte To-do-Liste einbinden; und mühelos flitzen die Zeichen hin und her zwischen dem winzigen Handheld-Computer und meinem Büro-Mac. Ein Kabel angesteckt, einen Knopf gedrückt, fertig.“
Christian Ankowitsch: Der „Palm Pilot“ macht den Filofax überflüssig - oder? Abschied vom Ledermonstrum. In: DIE ZEIT. Nummer 50, 5. Dezember 1997, ISSN 0044-2070, Seite 90 (DIE ZEIT Archiv-URL, abgerufen am 3. Februar 2019) .
- süddeutsch, selten, regional, transitiv:(ein mit einer Flüssigkeit gefülltes Behältnis) durch Anstich öffnen
„Frau Henſchel. Nee, luß Du ock Vatern wu a is.
„Ziemlich feucht wurde es, als der Kamenzer Oberbürgermeister Roland Dantz am Sonnabend das erste Fass Freibier - es war übrigens von der Liesker Brauerei ansteckte.“
Es ist angezapft - und das ziemlich feucht. In: Sächsische Zeitung. 27. August 2012, Seite 15 .
- norddeutsch, regional, transitiv:zum Brennen bringen; in zerstörerischer Absicht einen Brand verursachen
Die Kinder haben Streichhölzer mit rausgenommen, geh mal hinterher, die stecken uns sonst noch den Schuppen an.
Er hat sich gerade eine Zigarette angesteckt.
- transitiv:seine eigenen Krankheitserreger auf jemanden übertragen, sodass der- oder diejenige ebenfalls erkrankt; die eigene Krankheit an jemanden weitergeben
Lass dich von seiner Grippe nicht anstecken!
„Er hätte doch mehr davon, wenn ich richtig krank geworden wäre und andere angesteckt hätte.“
Hermann Kant: Die Aula. Roman. Rütten & Loening, Berlin 1965, Seite 161 .
- reflexiv:von Krankheitserregern (durch den Kontakt mit einer kranken Person) befallen werden und dadurch ebenfalls erkranken
„Die Deutschen haben Angst vor Toten, sie haben Angst, sie könnten sich an einer Krankheit anstecken, deswegen machen sie den Deckel immer schnell wieder zu.“
Mirjam Pressler: Malka Mai. Roman. Beltz & Gelberg, Weinheim/Basel 2001, ISBN 978-3-407-80879-0, Seite 274 .„Von Mensch zu Mensch verbreitet sich das Ebolavirus durch den Kontakt mit Körperflüssigkeiten wie Blut, Speichel, Schweiß oder Sperma von Erkrankten. Die meisten Erkrankten haben sich beim aktuellen Ausbruch in Westafrika bei anderen Menschen angesteckt.“
Adrian Kriesch: Ebola - Was Sie wissen sollten: Ansteckungswege und Schutz. In: Deutsche Welle. 18. November 2014 (URL, abgerufen am 9. November 2017) .
- übertragen, transitiv:bei jemandem ähnliche Reaktionen auslösen; leicht auf jemanden überwechseln
„Ich ließ ihn blödeln, ohne zu antworten. […] Ich ließ mich nicht anstecken und arbeitete.“
Max Frisch: Homo faber. Ein Bericht. 161.–180. Tausend [9. Auflage], Suhrkamp Verlag, Frankfurt am Main 1966, Seite 210 (Erstveröffentlichung 1957) .„Rosa rennt die wenigen Meter zurück in Jakobs Haus, von der Panik angesteckt und ohne zu überlegen, sie lehnt sich an die Wand und hält die Augen geschlossen.“
Jurek Becker: Jakob der Lügner. Aufbau-Verlag, Berlin/Weimar 1969, Seite 228 .
| Person | Präsens | Präteritum |
|---|---|---|
| ich | ich stecke an / ich anstecke | ich steckte an / ich ansteckte |
| du | du steckst an / du steckest an / du ansteckst / du ansteckest | du stecktest an / du anstecktest |
| er/sie/es | er/sie/es steckt an / er/sie/es stecket an / er/sie/es ansteckt / er/sie/es anstecket | er/sie/es steckte an / er/sie/es ansteckte |
| wir | wir stecken an / wir anstecken | wir steckten an / wir ansteckten |
| ihr | ihr steckt an / ihr stecket an / ihr ansteckt / ihr anstecket | ihr stecktet an / ihr anstecktet |
| sie | sie stecken an / sie anstecken | sie steckten an / sie ansteckten |
- Partizip I
- ansteckend, sich ansteckend
- Partizip II
- angesteckt
- Hilfsverb
- haben
- Imperativ
- stecke an!, steck an!, steckt an!, Sg. 2. Pers., habe dich angesteckt!, Pl. 2. Pers., habt euch angesteckt!, Höflichkeitsform, haben Sie sich angesteckt!
Quelle: Wiktionary, lizenziert unter CC BY-SA 4.0. Scrabble-Punkte nach den offiziellen deutschen Buchstabenwerten.