WortTüftler

mauscheln

Wortart
Verb
Silbentrennung
mau·scheln
Buchstaben
9
Scrabble-Punkte
16

mauschelnVerb

Bedeutungen

  1. abwertend:unter der Hand und auf undurchsichtige Art, in Abwägung der Interessen Vorteile vereinbaren; begünstigende Vereinbarungen treffen; (zumeist durch gegenseitige Absprache der Beteiligten) dunkle, unlautere Geschäfte treiben
    • In der Politik wurde schon immer gemauschelt.
    • „Bis zum 25. September wird in und zwischen den Parteien noch heftigst gemauschelt.“Joachim Huber: Es darf gemauschelt werden. In: Der Tagesspiegel Online. 13. September 2003 (URL, abgerufen am 8. Dezember 2013) .
  2. beim Spiel, zumeist einem Kartenspiel, betrügen
    • „Dieter Iden, Vereinschef des SV Mühlenbeck, sagt im Film, dass in 80 Prozent aller Spiele ein bisschen gemauschelt werde.“Katrin Bischoff: Das Wunder von Mühlenbeck. 0:6 nach einem Spiel, das nie stattfand - ein liebenswerter Film erzählt die Geschichte einer Mogelei. In: Berliner Zeitung Online. 27. März 2006, ISSN 0947-174X (URL, abgerufen am 8. Dezember 2013) .
  3. intransitiv:Jiddisch reden, sprechen
    • „»Sehr deutlich« spürt Stapel jüdischen Tonfall in den Schriften von Karl Marx. Es ist mir noch nie aufgefallen, daß das Kommunistische Manifest gemauschelt wäre.“Carl von Ossietzky ^(→ WP): Schriften 1931 - 1933. Jazzybee Verlag, 2012, ISBN 9783849624934 (zitiert nach Google Books) .
    • „So die Priester und Leviten Sadok und Amon mit klingenden Schellchen. So die Pharisäer Rabinth und Archelaus Rabbi. / Sie schreien und mauscheln, sie stoßen Trompetenstöße aus wie die Kraniche, wie die rosinfarbigen Flamingos, die die Großen und Kleinen Syrien bewohnen.“Joseph von Lauff ^(→ WP): Die Heilige vom Niederrhein. In: Projekt Gutenberg-DE. Vierzehntes Kapitel (URL) . Alte Version im Internet-Archiv abrufbar. *
  4. intransitiv:sich undeutlich oder unverständlich ausdrücken
    • Was mauscheln die beiden, man kann ja gar nichts verstehen.
    • „Nämlich Bismarck – so behaupten diese Sprachheiligen der jüngsten Tage –, Bismarck – – – mauschelte.[…]Man glaube mir, daß ich hier weder erfinde, noch übertreibe: auf erschrockene Anfragen ist der Bescheid in diesem Sinne tatsächlich ergangen und zwar auf Grund der identischen Gleichung: »fremdwörteln« gleich »mauscheln«.[…]Das wird denn auch im Bescheide als eine Erfreulichkeit festgestellt: wer im Stande ist, ein Deutsches Reich zu gründen, wie Bismarck, oder einen Faust zu schreiben, wie Goethe, der darf auch das Recht beanspruchen, ein wenig zu fremdwörteln, zu mauscheln.“Alexander Moszkowski ^(→ WP): Das Geheimnis der Sprache. In: Projekt Gutenberg-DE. Pantheon und Ghetto (URL) . Alte Version im Internet-Archiv abrufbar. *
  5. intransitiv:das Kartenspiel »Mauscheln« spielen
    • „Hier waren die Tischchen mit grünem Tuch ausgeschlagen. Größere und kleinere Gruppen von Herren, saßen daran und spielten. Da wurde »geblefft,« dort »getippt«, an einem dritten Ort »gemauschelt«; das Pokern fand, da es die Behörde als Glücksspiel ansah nur mit Vorsicht statt. Eigentliches Hazard wurde, öffentlich wenigstens, des Wirts wegen vermieden.“Rudolf Stratz ^(→ WP): Unter den Linden. In: Projekt Gutenberg-DE. Kapitel VIII (URL) . Alte Version im Internet-Archiv abrufbar. *
    • „An einem der nächsten Tage hockten wir im Heustadl auf einem Futterhaufen und spielten wieder Karten. Ich hatte solche Fortschritte gemacht, daß mir nicht bloß die Figuren, sondern auch schon sehr viele Spiele bekannt waren. So taten wir »zwicken«, »brandeln«, »mauscheln«, »bettlerstrafen«, »königrufen«, »grün' Buben suchen«, »pechmandeln«, »mariaschen« und anderes.[…]Die rötlich gebrannte Mauer, die schwarzen Kachelhöhlen um und über uns bargen und hüteten uns, und nun waren wir doch einmal sicher und konnten »farbeln« und »mauscheln« oder was wir wollten, bis in die späte Nacht hinein.“Peter Rosegger ^(→ WP): Als ich noch der Waldbauernbub war. In: Projekt Gutenberg-DE. Kapitel 30: Als ich das Ofenhückerl war (URL) . Alte Version im Internet-Archiv abrufbar. *
  6. intransitiv:beim »Mauscheln« das Spiel annehmen und sich verpflichten, mindestens zwei Stiche zu machen
    • „Wer ‚mauschelt‘ übernimmt das Spiel und verpflichtet sich, zwei Stiche zu machen“Hugo Kastner ^(→ WP), Gerald Kador Folkvord: Die große Humboldt Enzyklopädie der Kartenspiele. 1. Auflage. Humboldt Verlag, Baden-Baden 2005, ISBN 9783899940589, Seite 66 (zitiert nach Google Books) .
Konjugation (Indikativ)
PersonPräsensPräteritum
ichich mauschle / ich mauschel / ich mauscheleich mauschelte
dudu mauschelstdu mauscheltest
er/sie/eser/sie/es mauschelter/sie/es mauschelte
wirwir mauschelnwir mauschelten
ihrihr mauscheltihr mauscheltet
siesie mauschelnsie mauschelten
Partizip I
mauschelnd
Partizip II
gemauschelt
Hilfsverb
haben
Imperativ
mauschele!, mauschle!, mauschelt!

MauschelnSubstantiv, neutrum (das)

Bedeutungen

  1. ein Karten- und Glücksspiel für 3 bis 6 Personen
    • „In der Oberstube saßen sie und ließen sich's gut geschehen und spielten Karten. Aber nicht etwa ein verbotenes Spiel! – i bewahre – beim Pfarrer! »Brandeln«, »Zwicken«, ein wenig »Mauscheln« mitunter, das war der Zeitvertreib.“Peter Rosegger ^(→ WP): Die Adelsberger Chronik. In: Projekt Gutenberg-DE. Zu Abelsberg beim Spielchen (URL) . Alte Version im Internet-Archiv abrufbar. *
Deklination
KasusSingularPlural
Nominativdas Mauscheln—
Genitivdes Mauschelns—
Dativdem Mauscheln—
Akkusativdas Mauscheln—

Quelle: Wiktionary, lizenziert unter CC BY-SA 4.0. Scrabble-Punkte nach den offiziellen deutschen Buchstabenwerten.