WortTüftler

abkommen

Wortart
Verb
Silbentrennung
ab·kom·men
Buchstaben
8
Scrabble-Punkte
18

abkommenVerb

Bedeutungen

  1. veraltet, intransitiv:von (etwas, jemandem) stammen, auf (etwas, jemanden) zurückgehen
    • „Plötzlich sagte der Graf: »So sind Sie, nicht wahr?, eigentlich adelig. Denn dies wäre es ja: zu fühlen, daß man von einem besonderen und auserwählten Menschen abkommt und daß man dies durch nichts im Leben je verlieren kann.[…]«“Hermann Bahr: Die Rahl. 3. Auflage. S. Fischer Verlag, 1909 (Zitiert nach Projekt Gutenberg) .
  2. intransitiv:sich unbeabsichtigt von einer ursprünglich bereits eingeschlagenen Richtung entfernen
    • „Nun trug es sich zu, daß ein Fürst auf der Jagd war, einem Wild nacheilte und von seinen Dienern abkam, also daß er einen Tag und eine Nacht im Walde herumirrte.“Jacob Grimm, Wilhelm Grimm, Herman Friedrich Grimm (Herausgeber): Deutsche Sagen. Nicolaische Buchhandlung, Berlin 1816, Seite 360 (Zitiert nach Google Books) .
    • „Ein Reisebus mit britischen und zwei deutschen Touristen ist am Dienstag in Österreich von der Straße abgekommen und eine steile Böschung hinuntergestürzt.“Österreich: Fünf Tote und 35 Verletzte bei Busunglück nahe Salzburg. In: FAZ.NET. 11. August 2004 (URL, abgerufen am 27. April 2012) .
  3. übertragen, intransitiv:(gedanklich, diskursiv oder dergleichen) sich vom eigentlichen Ziel (zeitweise) entfernen, den thematischen Zusammenhang (zeitweise) verlieren
    • „Aber ich bin vom Thema abgekommen, ich wollt nur feststellen:[…].“Über Gelegenheiten. Eine Geschichte aus dem Nachlaß von Bertolt Brecht (um 1940). In: Spiegel Online. Nummer 20, 15. Mai 1995, ISSN 0038-7452 (PDF, URL, abgerufen am 27. April 2012) .
    • „Jetzt sind wir aber auch ein wenig vom Thema abgekommen. Das Thema? Das Halbwissen.“Vbn: …wir alle Rätsel lösen. In: Der Tagesspiegel Online. 12. April 2004 (URL, abgerufen am 27. April 2012) .
  4. übertragen, intransitiv:mit etwas aufhören; sich von etwas trennen; auf etwas verzichten
    • „Denkbar wäre ja jedenfalls, daß Johanna irgend einen Vorsatz gefaßt hatte, von dem sie wieder abkommt.“Arthur Schnitzler: Der einsame Weg. In: Derselbe: Gesammelte Werke / Die Theater-Stücke. 3. Band, S. Fischer Verlag, Berlin 1922. Zitiert nach Projekt Gutenberg.
    • „Ich habe schon daran gedacht, ob ich Sie sofort zum Kaiser senden soll. Aber ich bin rasch von dem Gedanken abgekommen.“Henry Benrath: Die Kaiserin Konstanze. Fischer Bücherei, Frankfurt am Main 1959, Seite 256 (Zitiert nach Google Books) .
  5. intransitiv:(einen Wettkampf, eine sportliche Übung oder dergleichen) auf bestimmte Weise anfangen
    • Der Läufer kam gut vom Start ab.
    • Der Skispringer ist optimal vom Schanzentisch abgekommen.
  6. übertragen, intransitiv:zum Zeitpunkt der Schussabgabe eine bestimmte Richtung zum Ziel aufweisen
    • „Man sagt dann, der Schütze sei rechts, links, hoch oder tief abgekommen. Der Schütze ist gut abgekommen, wenn die verlängerte Visierlinie im Augenblick des Schusses noch genau auf den Haltepunkt gerichtet war.“Carl Theodor Müller, Theodor von Zwehl: Handbuch für den Einjährig-Freiwilligen, den Unteroffizier, Offiziers-Adspiranten und Offizier des Beurlaubtenstandes der kgl. bayerischen Infanterie. Aus Reglements. 2. Auflage. Druck und Verlag von R. Oldenbourg, München 1883, Seite 473 (Zitiert nach Google Books) .
  7. intransitiv:den Spielfeld-Boden berühren, während der Ball im Spiel ist
  8. intransitiv:sich freimachen, loskommen (von etwas, zumeist einer Tätigkeit)
    • „‚Holmers, Sie können ja wohl für eine Stunde von Ihrem Dienst abkommen!‘“Theodor Plievier: Stalingrad. Roman. Desch, München 1954, Seite 247 (Zitiert nach Google Books) .
  9. intransitiv:sich abwenden, loskommen (von jemandem); sich entfremden
    • „Aber er kam von ihm ab, denn er hielt ihn für schwach, wenn nicht gar schwachsinnig.“Hubertus Prinz zu Löwenstein: Seneca. Kaiser ohne Purpur. Philosoph – Staatsmann – und Verschwörer. Langen Müller, München/Wien 1975, ISBN 3-7844-1573-3, Seite 160 (Zitiert nach Google Books) .
  10. intransitiv:sich (von etwas, jemandem) entfernen, lösen
    • „Da schreckte mich ein leises Geräusch auf, ich warf, zur Flucht bereit, den Blick um mich her, ich sah Niemand: aber es kam auf dem sonnigen Sande an mir vorbei geglitten ein Menschenschatten, dem meinigen nicht unähnlich, welcher, allein daher wandelnd, von seinem Herrn abgekommen zu sein schien.“Julius Eduard Hitzig (Herausgeber): Adelbert von Chamisso’s Werke. Vierter Band. Gedichte. Adelberts Fabel. Peter Schlemihl., Weidmann’sche Buchhandlung, Leipzig 1836, Seite 287 (Zitiert nach Google Books) .
  11. intransitiv:von einer Entwicklung überholt werden, ungebräuchlich und unmodern werden
    • „Nun, heute ist das anders, wie der Spazierstock ist auch der Schlafrock alten Stils abgekommen, an seine Stelle sind Bademantel und Pyjama getreten, und nur noch ein paar alte Herren … Aber in Gottes Namen, wir s i n d alte Herren, und es bleibt uns nichts übrig, als uns in dieser Beschaffenheit immer gründlicher zu befestigen.“Werner Bergengruen: Die Rittmeisterin. Wenn man so will, ein Roman. Deutsche Buch-Gemeinschaft, Berlin/Darmstadt/Wien 1954, Seite 297–298 (Zitiert nach Google Books) .
    • „Blauer Trenchcoat ist eigentlich ganz abgekommen. Die Leute haben ihn sich übergesehen.“Hans Falada: Kleiner Mann - was nun? Methuen’s Twentieth Century Texts, London 1987, ISBN 0-423-51680-9, Seite 179 (Zitiert nach Google Books) .
  12. intransitiv, regional:mager werden; körperlich ermatten, herunterkommen
    • „Ick bin janz abjekommen, Mama. Det hängt bloß noch allens so an mir.“Gerhart Hauptmann: Der Biberpelz. Eine Diebskomödie. Ullstein, Frankfurt am Main 1975, Seite 13 (Zitiert nach Google Books) .
    • „Sie ist ganz abgekommen, mager und sieht aus wie ein Gespenst mit den großen Augen.“Wilhelmine Heimburg: Alte Liebe und anderes. Novellen. tredition, Hamburg 2011, ISBN 978-3-8424-0574-5, Seite 48 (Zitiert nach Google Books) .
  13. umgangssprachlich, intransitiv:Erfolgsaussichten haben
Konjugation (Indikativ)
PersonPräsensPräteritum
ichich komme ab / ich abkommeich kam ab / ich abkam
dudu kommst ab / du abkommstdu kamst ab / du abkamst
er/sie/eser/sie/es kommt ab / er/sie/es abkommter/sie/es kam ab / er/sie/es abkam
wirwir kommen ab / wir abkommenwir kamen ab / wir abkamen
ihrihr kommt ab / ihr abkommtihr kamt ab / ihr abkamt
siesie kommen ab / sie abkommensie kamen ab / sie abkamen
Partizip I
abkommend
Partizip II
abgekommen
Hilfsverb
sein
Imperativ
komm ab!, komme ab!, kommt ab!

abkommenVerb

Bedeutungen

  1. intransitiv; Namibia:
  2. Wasserzulauf erhalten und zu fließen beginnen (gemeint ist zumeist das starke Fließen und die damit verbundenen etwaigen Schäden)
    • „Noch größere Hindernisse bieten die Riviere, die z. T. mehrere Male in der Regenzeit Wasser führen und tagelang fließen, » abkommen «, wie der technische Ausdruck heißt.“Leo Waibel: Urwald, Veld, Wüste. Ferdinand Hirt, Breslau 1921, Seite 150 (Zitiert nach www.archive.org) .
    • „Es hat reichlich Wasser gegeben, und die ‚Riviere‘ sind abgekommen, das heißt, sie hatten fließendes Naß.“Paul Cölestin Ettighoffer: So sah ich Afrika. Mit Auto und Kamera durch unsere Kolonien. C. Bertelsmann, Gütersloh 1943, Seite 48 (Zitiert nach Google Books) .
  3. (unerwartet) entstehen und dabei näher kommen
    • „Also das Rivier eignet sich nicht gerade zum Übernachten, obwohl keine Flutgefahr besteht, aber es kommt nachts nochall wüst kalte Luft ab.“Zeit fürs richtige Potjie. In: Allgemeine Zeitung Online (Windhoek, Namibia). 3. August 2006, ISSN 1560-9421 (URL, abgerufen am 22. Juli 2007) .
Konjugation (Indikativ)
PersonPräsensPräteritum
ichich komme ab / ich abkommeich kam ab / ich abkam
dudu kommst ab / du abkommstdu kamst ab / du abkamst
er/sie/eser/sie/es kommt ab / er/sie/es abkommter/sie/es kam ab / er/sie/es abkam
wirwir kommen ab / wir abkommenwir kamen ab / wir abkamen
ihrihr kommt ab / ihr abkommtihr kamt ab / ihr abkamt
siesie kommen ab / sie abkommensie kamen ab / sie abkamen
Partizip I
abkommend
Partizip II
abgekommen
Hilfsverb
sein
Imperativ
komm ab!, komme ab!, kommt ab!

AbkommenSubstantiv, neutrum (das)

Bedeutungen

  1. Einigung, Vereinbarung zwischen zwei oder mehreren Parteien (Institutionen oder Staaten) über ein Thema
    • Zwischen den beiden Staaten wurde ein Abkommen über die gegenseitige Rechtshilfe getroffen.
    • „Mit den Italienern hat der neue Herrscher noch vor seiner Krönung mehrere Abkommen geschlossen, in denen er Rom unter anderem die Region Eritrea abgetreten hat.“Gesa Gottschalk: Haile Selassie - König der Könige. In: GeoEpoche: Afrika 1415-1960. Nummer Heft 66, 2014 , Seite 126-135, Zitat Seite 130.
Deklination
KasusSingularPlural
Nominativdas Abkommendie Abkommen
Genitivdes Abkommensder Abkommen
Dativdem Abkommenden Abkommen
Akkusativdas Abkommendie Abkommen

Quelle: Wiktionary, lizenziert unter CC BY-SA 4.0. Scrabble-Punkte nach den offiziellen deutschen Buchstabenwerten.