haschen
- Wortart
- Verb
- Silbentrennung
- ha·schen
- Buchstaben
- 7
- Scrabble-Punkte
- 12
haschenVerb
Bedeutungen
- veraltet, transitiv:jemanden (oder ein Tier in freier Natur) nach vorausgegangener Hatz fangen und in Gewahrsam, Verwahrung nehmen
„Du biſt ja von ihnen deſertirt; und wenn ſie dich jezt haſchen, ſo ſchießen ſie dich todt!“
F. C. Laukhard: Leben und Schickſale, von ihm ſelbſt beſchrieben. 1. Auflage. Dritter Theil, in Commiſſion bey Gerhard Fleiſcher dem Juͤngern, Leipzig 1796, Seite 505 (Zitiert nach Deutsches Textarchiv) .
- veraltet, transitiv:jemanden oder etwas schnell (mit den Händen [oder, bei Tieren, sonstigen Greifwerkzeugen]) zu fassen bekommen
„Die Kinder haſchen Schmetterlinge, ſammeln Blumen in Körben, winden Kränze und ſchmücken ſich unter einander.“
Caroline Rudolphi: Gemälde weiblicher Erziehung. 1. Auflage. Zweiter Theil, bei Mohr und Zimmer, Heidelberg 1807, Seite 4 (Zitiert nach Deutsches Textarchiv) .„Er ſprang nach dem Garten und haſchte unterwegs nur etwas von der Vorkoſt, die der Diener für die Gäſte brachte, weil erſt nach einer Stunde die Frauenzimmer im Garten erſcheinen würden.“
Johann Wolfgang von Goethe: Wilhelm Meiſters Wanderjahre oder die Entſagenden. (Zweite Faſſung). In: Curt Koch (Herausgeber): Goethes Sämtliche Werke. Einundvierzigſter Band, im Propyläen-Verlag, Berlin 1829, Seite 50 (Zitiert nach Google Books) .
- veraltet, reflexiv:einander (im Spiel nachlaufen und) zu fangen suchen; Haschen spielen
„Um die Trajanssäule haschen sich die Kinder.“
Klabund: Borgia. Roman einer Familie. 46.–95. Tausend, Phaison-Verlag, Wien 1931, Seite 51 (Zitiert nach Google Books; Erstausgabe 1928) .
- intransitiv, veraltet:(die Hände [oder, bei Tieren, sonstige Greifwerkzeuge]) schnell nach jemandem oder etwas ausstrecken, um ihn oder es (in bestimmter Absicht, zu einem bestimmten Zweck) zu ergreifen (suchen)
„Weinend haſchte ſie nach ſeiner Hand, die das rote Taſchentuch hielt, und packte ſie mit ihren beiden Händen.“
C[lara]. Viebig: Das Weiberdorf. Roman aus der Eifel. F. Fontane & Co., Berlin 1902, Seite 280 (Zitiert nach Google Books) .„Sie streichelte noch K.’s Hand, sprang auf und lief zum Fenster. Unwillkürlich haschte noch K. nach ihrer Hand ins Leere.“
Franz Kafka: Der Prozess. Roman. Verlag Die Schmiede, Berlin 1925, Seite 96–97 (Zitiert nach Wikisource-Quellentext „Seite:De Kafka Prozeß 096.jpg“ und Wikisource-Quellentext „Seite:De Kafka Prozeß 097.jpg“) .
- abwertend, übertragen, intransitiv, veraltet, transitiv:gierig nach etwas trachten
„Bruder — ich habe die Menſchen geſehen, ihre Bienenſorgen, und ihre Rieſenprojekte — ihre Goͤtterplane und ihre Mauſegeſchaͤffte, das wunderſeltſame Wettrennen nach Gluͤckſeligkeit; […]; dieſes bunte Lotto des Lebens, worein ſo mancher ſeine Unſchuld, und — ſeinen Himmel ſezt, einen Treffer zu haſchen, und — Nullen ſind der Auszug — am Ende war kein Treffer darinn.“
[Friedrich Schiller]: Die Raͤuber. Ein Schauſpiel. [sine editio], Frankfurt und Leipzig 1781, Seite 119–120 (Zitiert nach Deutsches Textarchiv) .„Dein Weigern iſt das Signal, das die Provinzen mit Einemmale zu den Waffen ruft, das jede Grauſamkeit rechtfertigt, wozu Spanien von jeher nur gern den Vorwand gehaſcht hat.“
Johann Wolfgang von Goethe: Egmont. Ein Trauerſpiel in fünf Aufzügen. Achte Ausgabe, bey Georg Joachim Göſchen, Leipzig 1788, Seite 85 (Zitiert nach Digitalisat des MDZ) .
| Person | Präsens | Präteritum |
|---|---|---|
| ich | ich hasche | ich haschte |
| du | du haschst / du hascht | du haschtest |
| er/sie/es | er/sie/es hascht | er/sie/es haschte |
| wir | wir haschen | wir haschten |
| ihr | ihr hascht | ihr haschtet |
| sie | sie haschen | sie haschten |
- Partizip I
- haschend
- Partizip II
- gehascht
- Hilfsverb
- haben
- Imperativ
- hasche!, hasch!, hascht!
haschenVerb
Bedeutungen
- umgangssprachlich, intransitiv:Haschisch rauchen oder anderswie konsumieren
„Allerdings hat das Hasch-Verbot noch einen anderen, praktischen Grund: Wer hascht, hat mit polizeilichen Hausbesuchen zu rechnen, und ‚bei diesen Gelegenheiten könnten gefährlichere Dinge als Hasch entdeckt werden‘.“
Nach oben mit Stalin? „Rote Garde“ an der Bergstraße – straff organisiert und autoritär. In: pardon. Nummer 3, März 1970, ISSN 0031-1855 .„Andererseits gibt es natürlich solche und solche. Gelegenheitskiffer wie meine Tante, Prolos, die von erfahrenen Ravern belächelt werden, weil sie nach einigen Stunden sportiven Kampfkiffens schon erledigt sind, Schwerkranke, die kiffen, um Appetit zu kriegen, Alternativapostel, die politisch korrekt alle anderen Drogen verdammen, Freunde des Exzesses, die nur auf Speed haschen, vegetarische Gesundheitskiffer und Raver aus der Goa-Szene, die sich irgendwie ein subkulturelles Gedächtnis bewahrt haben und das alternative Image des Haschrauchs gewissenhaft pflegen.“
Detlef Kuhlbrodt: Planet Hasch ist überall. In: taz.die tageszeitung. Nummer 5336, 20. September 1997, ISSN 1434-4459, Seite 30 (taz Print Archiv-URL, abgerufen am 1. Januar 2022) .
| Person | Präsens | Präteritum |
|---|---|---|
| ich | ich hasche | ich haschte |
| du | du haschst / du hascht | du haschtest |
| er/sie/es | er/sie/es hascht | er/sie/es haschte |
| wir | wir haschen | wir haschten |
| ihr | ihr hascht | ihr haschtet |
| sie | sie haschen | sie haschten |
- Partizip I
- haschend
- Partizip II
- gehascht
- Hilfsverb
- haben
- Imperativ
- hasche!, hasch!, hascht!
HaschenSubstantiv, neutrum (das)
Bedeutungen
- regional:ein traditionelles, besonders bei Kindern beliebtes Laufspiel, bei dem es darum geht, mindestens einen der anderen Mitspieler nachzulaufen, einzuholen und entweder zu fangen oder mittels eines leichten Schlags zu berühren (mitunter gefolgt von einem Ausruf wie zum Beispiel: „Hab dich!“, „Du bist!“)
„‚Weil die keine Aufgabe haben, sitzen die hier herum und machen Blödsinn‘, ist Janotta überzeugt. Es handele sich meist um 15-/16-Jährige aus den Thalenser Schulen. ‚Wenn es dunkel wird, spielen hier sogar 20-Jährige Suchen und Haschen‘, berichtet Janotta kopfschüttelnd.“
Stephan Neef: Kriminalität im Thale. In: Mitteldeutsche Zeitung. 26. Januar 2001 .„Das gepflegte Terrain um die beiden Villen bietet ihnen wie den nahezu gleichaltrigen Sprösslingen des Onkels unzählige Spielmöglichkeiten: Die Kinder spielen Verstecken oder Haschen, fahren ihre Teddys im Puppenwagen spazieren oder beobachten mit Feuereifer, was im Garten kreucht und fleucht.“
Sibylle Göbel: Ein Leben gegen den Geist der Zeit. In: Thüringische Landeszeitung. 6. Oktober 2001 .
| Kasus | Singular | Plural |
|---|---|---|
| Nominativ | das Haschen | — |
| Genitiv | des Haschens | — |
| Dativ | dem Haschen | — |
| Akkusativ | das Haschen | — |
Quelle: Wiktionary, lizenziert unter CC BY-SA 4.0. Scrabble-Punkte nach den offiziellen deutschen Buchstabenwerten.